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Pornodarsteller
Ein Pornodarsteller ist eine Person, die Sexualpraktiken für
interessierte fremde Betrachter darstellt. Diese Darbietungen werden
meist für Video- und Printmedien sowie für das Internet erstellt.
Vereinzelt kommen auch Live-Darbietungen auf einer Bühne vor. Für
besonders populäre Darsteller sind Begriffe wie Pornostar oder
Pornoqueen gebräuchlich.[
Geschichte
Anfänge
Die Geschichte des Berufes Pornodarsteller ist eng verknüpft mit der
Geschichte des Pornofilms. Einer der ersten nachweisbaren Filme ist
die französische Produktion Zum goldenen Ecu oder Die gute Herberge,
aus dem Jahr 1908. Seit den 20er-Jahren kommen weitere Stummfilme
aus diesem Bereich hinzu. In dieser Phase des Pornofilms lassen sich
die Akteure allerdings nicht als Darsteller im Sinne eines Berufs
erfassen.
Die Folgen der gesellschaftlichen Umwälzungen von 1968 ebnen langsam
den Weg für die Schauspielerei in einem bestimmten Genre. Nachdem
die 68er-Bewegung mit ihrer Freie-Liebe-Bewegung und Reporte wie der
von Alfred Charles Kinsey einen öffentlichen Raum für Sexualität
geschaffen hatten, wird in Deutschland mit den Aufklärungsfilmen
Oswalt Kolles erstmals der Bedarf an Schauspielern geschaffen, die
Haut in Verbindung mit Sexualität und deren Ausübung zeigen. Durch
den pädagogischen und wissenschaftlichen Anspruch seiner Filme und
das Fehlen pornografischer Szenen handelt es sich aber nicht um
Pornografie.
Geschichte seit 1972
Als erste öffentlich wahrgenommene Schauspielerin, die sich auf das
Genre Pornofilm spezialisiert hat, tritt 1972 Linda Lovelace auf die
Bühne. Der Welterfolg Deep Throat verhalf ihr zu internationaler
Bekanntheit. Nachdem in den 1970er Jahren in Amerika der Versuch
gescheitert war, die Tätigkeit des Pornodarsteller als Prostitution
zu definieren und somit zu kriminalisieren, entstand nun die
Tätigkeit bzw. der Beruf des Pornodarstellers. Die Abgrenzung vom
Beruf des regulären Schauspielers erfolgte sekundär durch
gesellschaftliche Sanktion.
In West-Deutschland wurde die Pornografie 1975 legalisiert und somit
ein im Vergleich zu heute relativ kleiner Arbeitsmarkt für
Pornodarsteller geschaffen. Das Vorführen von Pornofilmen war nur in
eigens für Erwachsene und zu diesem Zweck gedachten Kinos erlaubt.
Dadurch wurden Angebot und Nachfrage klein gehalten. Gleiches gilt
für die USA. Pornodarsteller an sich, also Personen, die im
Hardcore-Bereich tätig sind, wurden bis zum Ende der 1980er Jahre
nicht vom öffentlichen Leben beachtet und aus ihm verdrängt. Auch
wenn die Tätigkeit legal war, so war sie doch verdrängt und
geächtet, ähnlich wie die Prostitution oder der Pornofilm an sich.
Der Siegeszug des VHS in den 1980ern brachte eine deutliche
Vergrößerung der Produktion und somit des Arbeitsmarktes für
Pornodarsteller mit sich. Prominente aus dieser Zeit sind u. a.
Teresa Orlowski, Sibylle Rauch und Traci Lords.
Der Boom der Branche seit den 1990er Jahren verbreiterte den
Arbeitsmarkt kontinuierlich. Zudem widerfährt Pornodarstellern seit
der Gründung des Privatfernsehens eine zunehmende allgemein-mediale
Aufmerksamkeit. Sein offener und voyeuristischer Umgang mit
Tabuthemen brachte nun auch den Bereich Pornofilm und somit
Pornodarsteller in die mediale Öffentlichkeit. Michaela Schaffrath
oder Dolly Buster haben sich zumindest als Late-Night-Talkshow-Gäste
etabliert und sind als solche akzeptiert. Auch Reportagen für die
Sendezeit nach 22 Uhr beschäftigen sich gerne mit dem Thema.
Einen weiteren Einschnitt in das Berufsbild bringt die
Weiterentwicklung des Internets seit dem Ende der 90er-Jahre mit
sich. Die Webcam-Technologie führte dazu, dass Webcam-Chats auf den
Markt kamen. Hier zeigen Darsteller erotische oder pornografische
Inhalte in eigener Regie bzw. in Interaktivität mit dem Kunden.
Eine wachsende Minderheit von Erwachsenen versteht die Erotikbranche
und ihre Mitarbeiter nun als Teil einer Unterhaltungsbranche. Von
einer allgemeinen ethischen und gesellschaftlichen Akzeptanz sind
Beruf und Branche dennoch nach wie vor weit entfernt. Dazu tragen
auch meinungsbildende Institutionen wie die beiden großen Kirchen
bei. Auf Grund der christlichen Sexualethik müssen sie
Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe oder einer festen Partnerschaft
ablehnen. Verschärft gilt dies auch für den Islam. Der Fall von
Sibel Kekilli aus dem Jahr 2004 zeigt, dass sich eine langsame
Änderung dieser Verhältnisse andeutet. Nachdem die deutsch-türkische
Schauspielerin auf der Berlinale ausgezeichnet wurde, wurde bekannt,
dass sie als Dilara für die Magmafilm und Videorama 2002 in mehreren
Filmen als Pornodarstellerin gearbeitet hatte.
Generation Porno
Bedingt durch das Phänomen Generation Porno steigt der Konsum von
Pornofilmen und damit der Verbrauch bzw. Bedarf von Darstellern. In
Pornofilmen wurden im Laufe der Zeit immer extremere Sexualpraktiken
gezeigt, so gehört heute Analverkehr zum Standard. Gleichzeitig
nimmt zudem die Gewalt gegenüber den Pornodarstellern in diesen
Filmen zu.[
Voraussetzungen für Pornodarsteller
Der Darsteller sollte einen telegenen und belastbaren Körper haben.
Weibliche Darstellerinnen sollten eher überdurchschnittlich
attraktiv sein, männliche dagegen eher dem Durchschnitt entsprechen
oder zumindest nicht extrem schön sein, damit die vorwiegend
männlichen Konsumenten sich mit ihnen identifizieren können. Für
beide Seiten ist eine gute körperliche Kondition Voraussetzung.
Männer sollten über eine gut funktionierende und genau steuerbare
erektive Potenz verfügen. Da die Dreharbeiten/Fotoshootings meist in
einer eher unerotischen Atmosphäre (Scheinwerfer, Kamera, Mikrofon,
Filmteam als Zuschauer, unterkühlte Räume usw.) stattfinden und aus
technischen und gestalterischen Gründen oft mehrfach und aus
verschiedenen Blickwinkeln wiederholt werden müssen, kann das
Produzieren kurzer Sexszenen oft mehrere Stunden dauern. Männliche
Pornodarsteller müssen daher oft viele Stunden lang und in
unerotischer Umgebung "ihren Mann stehen" und selbst nach mehreren
Stunden "Dauereinsatz" auf Kommando ejakulieren können. Dies wird
von vielen "Möchtegern-Pornodarstellern" völlig unterschätzt. Zu den
weiteren Qualifikationen, die auf der Leinwand nicht direkt sichtbar
aber elementar sind, zählen ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein,
Exhibitionismus und Experimentierfreude.
Je nach Genre des Pornofilmes kann es notwendig werden,
schauspielerische Fähigkeiten zu besitzen. Die Features verfügen
über eine Handlung, in der Personen charakterisiert und eine
Geschichte erzählt wird. Dem Gegenüber stehen die Gonzos, welche nur
aus reinen Sexszenen bestehen.
Auszeichnungen
in Deutschland wird jährlich im Rahmen der Fachmesse Venus Berlin
der Erotixxx Award in zahlreichen Kategorien vergeben. Dieser war
bis 2004 unter dem Namen Venus Award bekannt, 2005 bis 2008 als
Eroticline Award.
In den USA werden jährlich der AVN Award und der GayVN Awards
vergeben. Diese gelten als die Oscars der Pornobranche und als
anerkanntester internationaler Titel.
Neben diesen beiden Auszeichnungen gibt es viele weitere nationale
und internationale Titel. Eine Auswahl von Preisen findet sich in
der Kategorie Pornofilmpreis.
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