Schamhaarentfernung - intimbereich rasieren
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Die Schamhaarentfernung ist die vollständige oder partielle
Entfernung des Schamhaars im Genitalbereich. Sie ist ein weit
verbreitetes Schönheitsideal.
Es wird unterschieden zwischen:
- Depilation, mittels Rasur oder Enthaarungscreme
- Epilation, etwa durch Brazilian Waxing, Halawa, Pinzette,
Epilierer oder dauerhaft durch Elektro-/ Laserepilation.
Bereiche
Genitalbereich
Zum Genitalbereich, auf dem Schamhaare wachsen, gehören
- bei der Frau die großen (äußeren) Schamlippen sowie
- der Venushügel,
bei Männern der Penisschaft,
- der Hodensack und
- der Bereich oberhalb der Symphyse.
Das Perineum sowie der Bereich des Anus ist bei Männern in der Regel
behaart, bei Frauen ist diese Behaarung unterschiedlich ausgeprägt.
Bikinizone
Als Bikinizone wird im Zusammenhang mit Haarentfernung
umgangssprachlich die von Schamhaaren bewachsene Zone bezeichnet,
die von einer Bikinihose nicht bedeckt wird. Da Größe und Form von
Bikinihosen jedoch stark variieren, ist der Bereich nicht eindeutig
definiert. Im Wesentlichen umfasst er die untere Bauchwand oberhalb
der Schambeinfuge und Teile der Leisten beziehungsweise Teile der
Oberschenkel.
GESCHICHTE
Antike Hochkulturen
Schon im Altertum war es in verschiedenen Kulturen üblich, sich die
Schambehaarung zu entfernen.
In den frühen Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten war die
Entfernung von Körperhaaren bekannt. Vor 4000 bis 3000 v. Chr.
wurden Haarentfernungsmittel aus Harzen, Pflanzenextrakten,
Eselsfett, Fledermausblut und Pech verwendet. Auch geschliffene
Steine und Muscheln wurden zur Haarentfernung verwendet.
Im alten Ägypten gehörte ein haarloser Körper zum Schönheitsideal.
Frauen entfernten sich die Augenbrauen sowie die Körperbehaarung
einschließlich der Schamhaare. Die Menschen rasierten sich eine
Glatze und trugen aufwändige Perücken. Neben der Ästhetik spielte
damals auch die Hygiene eine entscheidende Rolle. Ohne
Körperbehaarung war es für Parasiten wie Läuse oder Milben
schwieriger, sich festzusetzen, so dass die Verbreitung von
Krankheiten eingedämmt wurde.
Auf ägyptischen Grabmalereien aus der Amarna-Zeit befinden sich
Darstellungen von schamhaarlosen, nur mit Schmuck bekleideten
Sklavinnen. Zur Haarentfernung wurden damals Bronzemesser oder
Bienenwachs verwendet.
Im antiken Griechenland wurde die Schambehaarung mittels Epilation
entfernt. Auch einige antike griechische Vasenmalereien zeigen
nackte, bis auf das Haupthaar völlig unbehaarte Menschen.
Aufzeichnungen aus der Zeit um 590 v. Chr. belegen, dass
Freudenmädchen geschminkt und an der Scham epiliert waren. Man
nutzte dazu unter anderem arsenhaltiges Orpiment. Einigen Quellen
zufolge soll bei Männern während der klassischen Epoche eine
ausgeprägte Abscheu gegenüber Schamhaaren bei Frauen vorgeherrscht
haben, mit der Folge, dass diese sich die Schambehaarung durchweg
vollständig entfernten. Jedoch finden sich auch Darstellungen in der
griechischen Kunst der Epoche, die Frauen mit Schamhaaren
darstellen. Dass zumindest eine teilweise Schamhaarentfernung weit
verbreitet war wird jedoch als wahrscheinlich angesehen.
Die im großen Stil angelegten Badeanlagen im antiken Rom waren
Zentren der Körperpflege. Einige Römer entfernten sich Bein- und
Achselbehaarung, sowie Barthaare und es gab römische Frauen, die
sich ihre Augenbrauen mit Pinzetten auszupften. Teilweise wurde auch
die Schambehaarung epiliert. Viele Prostituierte im Römischen Reich
entfernten ihre Schambehaarung. Ob diese Gewohnheit auch auf
ästhetische oder hygienische Vorlieben der männlichen Kunden
zurückgeht, ist nicht mehr bekannt. Der hygienische Aspekt wurde
auch im Altertum von Ärzten beschrieben. Über die Verbreitung bei
Bürgerinnen ist wenig bekannt. Neben oben beschriebenen
Enthaarungsmethoden wurden die Haare auch mit groben Handschuhen
oder sandpapierähnlichen Scheiben abgerieben. Ebenso waren andere,
gesundheitsschädliche Methoden verbreitet, wie die Benutzung von
Kalklauge oder arsenhaltigen Mitteln.
Durch die Eroberungen des antiken Rom gelangte die römische Bade-
und Körperkultur in weite Teile Europas, Nordafrikas und den Orient.
Mittelalterliches Abendland
In der hochmittelalterlichen Buchmalerei sind unbekleidete Männer
und Frauen regelmäßig ohne Körperbehaarung dargestellt. Ob und in
welchem Ausmaß deren Entfernung üblich war, lässt sich daraus nicht
schließen. Eine Reliefdarstellung aus dem 12. Jahrhundert, die eine
Frau beim Schneiden der Schambehaarung mit einer Schere darstellt,
zeigt jedoch, dass die Praxis der Schamhaarentfernung zumindest
bekannt war.
Islam
Der sich seit dem Mittelalter ausbreitende Islam schreibt seinen
Anhängern Sauberkeit und Körperpflege vor. Die Entfernung der
Schamhaare gehört entsprechend der Fitra zur „natürlichen
Veranlagung des Menschen“, womit die gottgewollten Veränderungen am
menschlichen Körper gemeint sind (weiterhin Beschneidung, Entfernung
der Achselhaare sowie Schneiden der Nägel). Muslime (Männer und
Frauen) müssen sich nach den islamischen Reinlichkeitsregeln alle 40
Tage enthaaren. Frauen tun dieses aber in der Regel häufiger. Üblich
ist die monatliche Enthaarung unmittelbar nach der Menstruation.
Im trockenen Wüstenklima, wo Wasser zu kostbar zum Waschen ist, ist
eine stark reduzierte Schambehaarung von Vorteil. Auch wenn
ursprünglich hygienische Gründe die Ursache für diese religiöse
Reinlichkeitsregel waren, so entwickelte sich daraus auch ein
Schönheitsideal, das in den islamischen Ländern, speziell im
arabischen Raum und im osmanischen Reich beziehungsweise der
heutigen Türkei verbreitet ist. Bassano de Zara, ein in der Türkei
lebender Italiener schrieb um 1530, dass in der Türkei Schamhaare
verabscheut wurden.
Abgesehen davon übernahmen die Araber teilweise auch die römische
Badekultur und errichteten Bäder, die sogenannten Hamams. Neben dem
Baden und Schwitzen wurde in den Hamams auch viel für die
Schönheitspflege getan. Die Männer nutzten die Gelegenheit, um sich
zu rasieren, die Frauen epilierten sich oder färbten sich die Haare.
Traditionell wurden im arabischen Raum den Frauen einen Tag vor der
Hochzeit alle Haare bis auf die Kopfhaare und Augenbrauen im Rahmen
einer Zeremonie entfernt (teilweise ist diese Tradition auch heute
noch lebendig). Der haarlose Körper galt als Symbol der
Unbeflecktheit und Ergebenheit. Zur Haarentfernung benutzte man im
Orient Halawa, eine warme Paste aus karamellisiertem Zucker und
Zitronensaft, die bis heute in dieser Region ein gängiges Mittel der
Haarentfernung ist, oder man riss sich die Haare mittels Fäden durch
schnelle Bewegungen heraus.
Nach der Haarentferung wird häufig eine als rusma bezeichnete Paste
mit Calciumoxid aufgetragen, die das Nachwachsen der Haare
reduziert. Bei regelmäßiger Anwendung führt dies nach einigen Jahren
zu einer dauerhaften Entfernung der Schambehaarung. Mitunter wird
der enthaarte Genitalbereich mit Henna gestaltet.[
Indigene Kulturen
In vielen indigenen Völkern ist die Entfernung der Körper- bzw.
Schambehaarung eine verbreitete kulturelle Tradition. In der
Hochkultur der Azteken entfernten sich Frauen und Männer generell
die komplette Körperbehaarung mit metallenen Pinzetten (Priester
verwendeten goldene); die Schädel wurden kahlgeschoren.
Bei vielen afrikanischen Ethnien ist die Haarentfernung üblich, auch
in der Genitalregion. Oftmals werden die Haare durch Auszupfen
epiliert. Bei den Nuba in Afrika ist die Entfernung der
Schambehaarung bei beiden Geschlechtern verbreitet.
Die Frauen der Huaorani in Südamerika reiben sich dazu die Stellen,
an denen sie keine Haare wünschen, mit Asche ein, um die Haare
anschließend leichter entfernen zu können. In Teilen Südamerikas
werden die weiblichen Schamlippen als vertikales Lächeln der Frauen
bezeichnet, das nicht durch die Schambehaarung versteckt werden
soll. Schamhaare werden hingegen als animalisch betrachtet.
Europa in der Neuzeit
Ab dem 15./16. Jahrhundert erlangte die Entfernung der
Schambehaarung in Europa noch eine andere Bedeutung. Mit der
zunehmenden Hexenverfolgung wurden verschiedene Methoden entwickelt,
welche die Verdächtigen „überführen“ sollten. Für die sogenannte
Nadelprobe suchte man ein Zeichen am Körper, das der Teufel
hinterlassen haben sollte, z. B. einen Leberfleck oder eine Narbe.
Die Delinquentinnen wurden am ganzen Körper epiliert oder rasiert.
Da vor allem auf den Brüsten und in der Schamgegend das Teufelsmal
zu erwarten war, wurden die Frauen am ganzen Körper eingehend
untersucht. Anschließend wurden die Opfer hüllenlos vor Gericht
geführt. Aber auch bei anderen Hexenproben wurden den Frauen alle
Körperhaare entfernt, da man glaubte, ihnen dadurch die Zauberkraft
nehmen zu können.
Der Trend zu immer weniger Schamhaar, bis hin zu dessen
vollständiger Entfernung, lässt sich im Verlauf gut an
Aktfotografien und erotischen Fotografien der letzten Jahrzehnte
nachvollziehen. Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war
die Entfernung der Schambehaarung wenig verbreitet. Eine 1968 in
Australien durchgeführte Befragung ergab, dass nur 10% der Frauen
sich die Schamhaare vollständig entfernten (wobei die Umfrage nicht
repräsentativ war, da nur Anhängerinnen der Freikörperkultur befragt
wurden). Jedoch war das Stutzen der Schamhaar üblich. In den 70er
und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, die vom Einfluss der
Hippie-Bewegung und deren Hang zur Natürlichkeit geprägt waren,
wurde Körperbehaarung generell wieder aufgewertet, üppige
Schambehaarung war normal. Erst in den 90er Jahren setzte eine
gegenläufige Entwicklung, hin zu weniger Schamhaaren, ein. Brazilian
Waxing wurde 1994 in den USA eingeführt und Ende der 90er Jahre
durch Medienberichte bekannt. Im Jahr 2000 wurde Brazilian Waxing in
einer Episode der beliebten HBO-Fernsehserie Sex and the City
thematisiert, wobei sich eine Hauptdarstellerin (gespielt von Sarah
Jessica Parker) einem Waxing unterzieht. Die Schamhaarentfernung
wurde wiederholt in der Serie besprochen und auch in den breiteren
Medien zunehmend als Thema behandelt. Im September des Jahres 2001
veröffentlichte der Playboy mit Photos von Dalene Kurtis erstmalig
ein Playmate mit vollständig haarlosem Intimbereich, dessen
Darstellung dort mittlerweile Normalität ist.
Generell lässt sich sagen, dass eine zunehmende Akzeptanz für die
öffentliche Zurschaustellung bestimmter Körperbereiche bei Frauen
eine Enthaarung dieser Bereiche nach sich zog. Dies gilt für Achseln
und Beine genauso wie für den Genitalbereich. Knapper werdende
Badebekleidung sowie die starke Präsenz von Nacktheit in den Medien
tragen ihren Teil dazu bei, dass sich das ästhetische Empfinden auch
für diesen Bereich verändert und Haare als störend empfunden werden.
Gegenwart
Bei beiden Geschlechtern hat die Entfernung der Schambehaarung in
den letzten Jahren eine gewisse Verbreitung gefunden. Während noch
bis in die 1990er Jahre hinein Schamhaare als normal hingenommen
wurden, stellt der enthaarte weibliche Intimbereich nach zwei in
Australien durchgeführten Studien heute weitgehend eine soziale
Normalität dar und wird vom Sexualpartner, insbesondere bei Frauen,
vielfach erwartet.
Eine Studie der Universität Leipzig unter rund 300 Studentinnen und
Studenten ergab im Jahr 2008, dass sich 88 % der weiblichen
Befragten und 67 % der männlichen Befragten (Durchschnittsalter 23
Jahre) regelmäßig Schambehaarung entfernen. Eine im Juli 2009
vorgestellte repräsentativere Studie derselben Forschungsgruppe mit
2512 Teilnehmern, die diesmal nicht nur Studierende umfasste, ergab
folgendes Bild: in der Altersgruppe von 18 bis 25 Jahren entfernen
81,6 % der Frauen und 32,4 % der Männer Körperhaar, 55,2 %
respektive 22,6 % der Befragten entfernen Schamhaare; in der
Altersgruppe ab 31 Jahren sinken diese Werte stark.
Schamhaarentfernung bei Frauen
Im westlichen Kulturkreis war die Verbreitung der
Schamhaarentfernung periodischen Schwankungen unterworfen, stellte
jedoch bis in die 1990er Jahre hinein kein Massenphänomen dar.
Infolge zunehmender medialer Präsenz von Nacktheit setzte sich, dem
Trend zur Enthaarung von Beinen und Achseln folgend, die
Schamhaarentfernung in den USA und Europa durch. Auch das Bekenntnis
zahlreicher prominenter Frauen, im Genitalbereich „haarlos“ zu sein,
trug seinen Teil zur Popularität bei. Wegen der Totalrasur des
Gentialbereich durch bekannte Schauspielerinnen in Hollywood wird
dies auch Hollywood-Style genannt.
Anfangs auf den Bereich der Bikinizone (auch Bikini Cut genannt)
beschränkt, folgte bald die Mode, nur einen schmalen Streifen über
den Schamlippen (auch Brazilian Cut genannt) stehen zu lassen. Als
Erklärung für die heutzutage üblichere Haarlosigkeit im weiblichen
Schambereich sieht der sich mit dem Thema befassende
Sozialwissenschaftler Elmar Brähler verstärkte Schönheitsideale für
diese Körperregion:
„Speziell für den Bereich der Intimrasuren bei Frauen lässt sich
sagen, dass es die ‚neue‘ Sichtbarkeit der äußeren weiblichen
Genitalien ist, die dazu führt, dass sich auch hier Schönheitsnormen
herausbilden: Erstmals entwickelt sich eine allgemeingültige – für
weite Schichten der Bevölkerung – verbindliche Intimästhetik. Eine
bis dato primär zur Privatsphäre zählende Körperregion – die
Schamregion – unterliegt fortan einem Gestaltungsimperativ.“
Die Verbreitung variiert stark zwischen den Altersgruppen – die
Schamhaarentfernung ist bisher unter jungen Frauen weitaus stärker
verbreitet. So ergab eine Umfrage in den USA, durchgeführt von den
Zeitschriften Esquire und Marie Claire, dass der Anteil sich
umgekehrt proportional zum Alter verhält. Während unter den 40- bis
50-jährigen Frauen 45 % ihr Schamhaar in natürlichem Zustand
beließen, lag der Anteil unter den 20- bis 30-Jährigen bei lediglich
16 %. Laut einer 2010 durchgeführten kanadischen Studie, ist es für
Gynäkologen in städtischen Regionen inzwischen ungewöhnlich, bei
unter-30-jährigen Frauen Schamhaare vorzufinden. Eine deutsche
Gynäkologin bestätigte in einem Interview, bei den Unter-30-Jährigen
seien 90 Prozent ihrer Patientinnen dort ziemlich komplett enthaart.
Erst bei den Über-40-Jährigen seien es deutlich weniger.
Diese Befunde ließen sich in wissenschaftlichen Studien bestätigen.
Eine 2005 in Großbritannien durchgeführte Studie ergab, dass sich
85,7% der befragten Frauen die Schambehaarung ganz oder teilweise
entfernen. Bei Frauen und Mädchen unter 20 Jahren lag der Anteil
jedoch bei 91%, ältere Frauen über 50 Jahre taten dies immer noch zu
68%. Ähnliche Ergebnisse, wenn auch etwas geringere Anteile, zeigten
sich bei einer Studie in den USA im Jahr 2010. Der Anteil der
Frauen, die ihre Schamhaare entfernen, lag in der Altersgruppe 18-24
Jahre bei 87,6%, in der Altersgruppe der Über-50-Jährigen bei 48,3%
(siehe Grafik). Die Autoren führen als Erklärung für die
Altersunterschiede folgende Gründe an:
- Junge Menschen sind statistisch im Vergleich zu älteren sexuell
aktiver und haben auch eher wechselnde Partner. Dies kann dazu
beitragen, der Ästhetik im Genitalbereich eine höhere Wichtigkeit zu
geben.
- Einen Kohorteneffekt: die stärkere Verbreitung bei jungen Menschen
ist primär ein Effekt des Geburtsjahrgangs und nur sekundär
altersbedingt. Da die Entfernung der Schambehaarung erst seit den
1990ern üblich wurde, hat dies den größten Einfluss in den
darauffolgenden Generationen. Das heißt, die Jugendlichen und jungen
Erwachsenen, die heute die Schamhaare entfernen, werden das auch in
höherem Alter weiterhin tun.
Auch im deutschsprachigen Raum zeigt sich diese Entwicklung: Die
Firma Gillette ließ 2006 im Rahmen einer Marktforschungsstudie in
Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils 600 Frauen zwischen
14 und 60 Jahren befragen. 36 % der Frauen aller Altersgruppen in
Deutschland (44 % in Österreich, 45 % in der Schweiz) gaben an, sich
die Schamhaare zu entfernen, bei den 14- bis 29-Jährigen liegt der
Anteil bei 69 % in Deutschland (73 % in Österreich, 63 % in der
Schweiz). In der jungen Altersgruppe bezeichnen 70 % die Entfernung
der Schambehaarung als das „Normalste der Welt“. Der Anteil in
städtischen Regionen ist höher: In Deutschland entfernten einer
Studie der GfK aus dem Jahr 2007 zufolge 60 % der Frauen zwischen 20
und 29 Jahren ihre Schambehaarung, wobei der Anteil in Großstädten
sogar bei 81 % liegt. 2008 wurde in einer Studie den Anteil der
20-30jährigen Frauen, die sich die Schamhaare entfernen, auf 60 %
geschätzt. Von 219 befragten Studentinnen gaben 88 % an, sich den
Genitalbereich zu rasieren.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Medien wie dem Playboy
wieder: im Rahmen einer systematischen, sozialwissentschaftlichen
Untersuchung zur Darstellung des weiblichen Genitalbereichs in den
Medien wurden Fotos im (amerikanischen) Playboy untersucht. Die
Analyse aller Centerfolds von 1953 bis 2007 zeigte sich eine
deutliche Abnahme der Schambehaarung. Eine weiteren Analyse in der
gleichen Veröffentlichung untersuchte 185 Fotos des Playboy
(Printausgabe und Website) der Jahre 2007 und 2008: dabei hatten
61,2% der Frauen die Schamhaare vollständig entfernt, 19,5%
teilweise und 18,9% befanden sich im natürlichen Zustand.
Das aus Brasilien stammende Brazilian Waxing setzt sich
mittlerweile, über die USA kommend, auch in Europa durch. Dabei wird
die Schambehaarung mit Heißwachs entfernt. Auch die dauerhafte
Entfernung durch Laser-, Foto- oder Nadelepilation wird populärer.
In Asien bzw. Japan, Korea und China z.B. ist die
Schamhaarentfernung hingegen so gut wie überhaupt nicht verbreitet,
dies hängt mit einer teils noch shintōistisch oder buddhistischen
Grundhaltung zusammen, natürlichen Dingen nur dem Schein wegen nicht
ihre Form zu nehmen. In Japan kommt hinzu das früher in Bordellen
Prostituierten generell das Schamhaar rasiert wurde und somit die
Schamhaarentfernung noch heute eher mit Prostituierten assoziiert
wird. in der Nische der Nachfrage haben sich jedoch auch moderne
Angebote von Studios etabliert, wie die Laser-Haarentfernung. Auch
in Russland oder Indien ist die Schamhaarentfernung eher die
Ausnahme und wird von den Männern nicht erwartet.
Schamhaarentfernung bei Männern
Weltweit und historisch ist die Entfernung der Schamhaare bei Frauen
weitaus häufiger zu finden als bei Männern. Erst seit dem Ende des
20. Jahrhunderts gibt es auch bei Männern einen stark zunehmenden
Trend in diese Richtung, vor allem in den USA, aber auch zunehmend
in Europa.
Einer – nicht repräsentativen – Umfrage eines Männermagazins im Jahr
2005 zufolge entfernen sich 61 % der Männer die Schamhaare, eine
Studie der Universität Leipzig (siehe oben) im Jahr 2008 kam auf 67
% der befragten 95 Studenten, die sich vor allem die Achselhöhlen,
den Genitalbereich oder den Oberkörper rasieren.
Eine repräsentative Umfrage zur Körperhaarentfernung im Jahr 2009
mit 2512 Deutschen zwischen 14 und 94 ergab: „Vor allem Jüngere
bekennen sich zur Körperenthaarung (Frauen: Achselhöhlen, Beine und
der Genitalbereich; Männer: Achseln und Genitalien): 66,7 Prozent
der 14- bis 17-jährigen Frauen, um die 80 Prozent der 18- bis
30-jährigen. Bei den Männern zwischen 18 und 30 Jahren mag es
demnach nur ein Drittel enthaart, bei den 14- bis 17-jährigen sind
es knapp 20 Prozent. Bei den 31- bis 60-jährigen Frauen stutzen
indes 67,3 Prozent regelmäßig Körperhaare, bei den Männern 20,2
(ohne Barthaare). Als Hauptgründe geben die Befragten das eigene
Schönheitsideal und Hygiene an.“
Frisieren des Schamhaars
In den 1990er Jahren kam der Trend zu Frisuren auf. Häufige Frisuren
sind ein vertikaler Strich/Balken in der Mitte (als Irokese oder
Iro, Strichcode oder französische Intimrasur bezeichnet), ein
Dreieck, ein Pfeil mit der Spitze nach unten, eine Raute, ein Blitz
oder andere, meistens geometrische Muster, oftmals vertikal
symmetrisch.
Bei Frauen ist der Irokese dabei eine der beliebtesten Formen, da
die Wirkung unabhängig von der Dichte der Schamhaare ist. Bei dieser
Frisur sind meistens die Schamlippen rasiert und damit sichtbar. Der
„Iro“ wird aber auch als kompletter Streifen bis herunter auf die
Schamlippen getragen. Flächige Formen wie Dreieck oder Herz sind nur
bei dichter Schambehaarung wirkungsvoll.
Man kann das stehengelassene Haar auch tönen, z. B. mit Henna. Es
gibt Friseur-Geschäftsketten, die sich darauf spezialisiert haben,
vor allem in den USA und in Frankreich, aber auch in deutschen
Großstädten spezialisieren sich einige Friseure darauf.
Einstellungen gegenüber der
Schamhaarentfernung
Einer Umfrage der Männer- und Lifestylezeitschrift GQ aus dem Jahr
2005 zufolge bevorzugen 46 % der Männer bei Frauen einen haarlosen
Genitalbereich, 29 % akzeptieren einen schmalen Strich (Landing
Strip) und 11 % ein Dreieck auf dem Venushügel. Individuelle Muster
werden von 6 % der Männer geschätzt und 8 % mögen natürliche
Schambehaarung. Umgekehrt mögen 70 % der Frauen einen vollständig
enthaarten Intimbereich, 27 % bevorzugen gestutzt und nur 3 % mögen
natürliche Schambehaarung. Laut einer 2010 durchgeführten Umfrage an
Männern und Frauen, erwarteten 65% einen vollständig haarlosen
Intimbereich, unrasierte Schamhaare werden von 75% der Befragten
„komplett abgelehnt“.
Aus einer 2011 von TNS Infratest durchgeführten, repräsentativen
Studie ging hervor, dass 64% der Frauen bei Männern einen haarfreien
Intimbereich wünschen, 83% der Männer lehnen Schamhaare bei Frauen
ab
Motive für die Schamhaarentferung
Die Schamhaare werden derzeit primär aus ästhetischen Gründen
entfernt, um eigenen oder fremden Schönheitsvorstellungen zu
entsprechen. Viele Frauen geben an, sich ohne Schambehaarung
femininer und attraktiver zu fühlen. Auch Hygiene und Sauberkeit
wird mit der Schamhaarentferung verbunden. Obwohl keine objektive,
medizinische Notwendigkeit für eine Entfernung der Schambehaarung
vorliegt, werden Schamhaare vielfach subjektiv als unhygienisch
empfunden. Auch im Rahmen einer Ganzkörperrasur wird die
Schamhaarentfernung zunehmend als ästethisch notwendig erachtet.
In einer wissenschaftlichen Erhebung in Australien unter dem Titel:
„Why are Australian women choosing permanent pubic hair removal?“
wurden Frauen nach ihren Gründen für die Enthaarung befragt. Dabei
gaben 75% ästhetische Gründe an, 71% sahen hygienische Vorteile und
17% nannten kulturelle Gründe. Auch auf die Sexualität fanden sich
positive Einflüsse: 60% spürten ohne Schamhaare mehr beim Sex. Als
möglicher Grund wird der direktere Hautkontakt ohne Schamhaare
gesehen.
Die bei der Schamhaarentfernung zurückbleibende glatte, haarlose
Haut wird von manchen als erotisch angesehen. Daneben wird oft
angegeben, dass das Gefühl beim Geschlechtsverkehr, besonders beim
Oralverkehr, ohne Intimbehaarung angenehmer sei. Es kann auch das
Rasieren an sich, durch den Partner durchgeführt, als erotisch
empfunden werden. Die vollständige Entfernung der Schambehaarung
korreliert mit einem positivem Selbstbild und erfüllter Sexualität
Mögliche Probleme
Eine Funktion der Schambehaarung ist die Unterstützung der
Verdunstung der Duftdrüsen-Sekrete (Pheromone). Die
Schamhaarentfernung kann deshalb die sexuelle Anziehungskraft auf
Sexualpartner vermindern, die den Intimgeruch als stimulierend
empfinden.
Bei der Nassrasur besteht die Gefahr von Schnittverletzungen. Eine
Folge der Intimrasur kann die Bildung von Entzündungen, Pusteln und
eingewachsenen Haaren in den Folgetagen nach der Rasur sein. In
Extremfällen können durch derartige Entzündungen auch Abszesse
entstehen. Diese Probleme treten vor allem bei der erstmaligen Rasur
auf, sowie bei der Rasur nach längerer Unterbrechung. Sie reduzieren
sich bei vielen Menschen von selbst bei regelmäßiger Nachrasur. Dies
ist aber nicht in allen Fällen so, da entstandene Pickel durch das
„Nachrasieren“ wieder geöffnet werden können bzw. anfangen können zu
bluten. Hilfreich sei auch die Anwendung von beruhigenden Substanzen
wie Lotionen oder Babypuder direkt nach der Rasur, da dadurch die
rasierte Haut besser heilen kann und Juckreiz, Reibung sowie
Pickelbildung verhindert werden können. Die Verwendung von Ölen oder
Cremes mit Alkohol und Zusatzstoffen kann zu starkem Jucken,
Hautreizungen, Entzündungen und eingewachsenen Haaren führen. Im
Handel erhältliche speziell entwickelte Rasieröle, Rasierseifen und
Cremes sollen das Auftreten kleiner Verletzungen und Pickel
verringern. Auch kann auf Produkte zur medizinischen Haut- und
Schleimhautdesinfektion zurückgegriffen werden, beispielsweise
Produkte mit dem Wirkstoff Octenidin. Diese sind rezeptfrei in
Apotheken erhältlich.
Der Hauptnachteil bei allen Formen der Epilation, sei es beim
Brazilian Waxing oder mit einem Epilierer, liegt in den damit
einhergehenden Schmerzen. Die Schmerzempfindung kann zwischen den
Personen stark variieren. Auch wenn diese durch Auftragen von
anästhetisch wirkender Creme reduziert werden können, so wird die
Prozedur jedoch generell zumindest als unangenehm empfunden. Der
Vorteil liegt dafür in weitaus längerer Haarlosigkeit, mit der Zeit
abnehmenden Haaren und keinen Stoppeln.
Nach Entfernen der Körperbehaarung im Schambereich, den Achseln und
zwischen den Gesäßbacken kann es bei körperlicher Betätigung (z. B.
Fußmärschen) unter Umständen zu Hautreizungen kommen, da das Scham-
bzw. Achselhaar verhindert, dass Haut auf Haut reibt
(Friktionsschutz). Ein gelegentlich unterstellter Zusammenhang
zwischen Intimrasur und Vaginalpilzen bzw. bakteriellen Infektionen
besteht jedoch nicht.
Bei einigen Frauen stehen die inneren Schamlippen über die äußeren
hervor, was von manchen Menschen mitunter als unästhetisch empfunden
wird. Durch die Enthaarung in diesem Bereich tritt dies dann
deutlicher hervor, was letztlich auch den Trend zur Labioplastik,
insbesondere der operativen Entfernung bzw. Kürzung der inneren
Schamlippen, mitbedingt.
Bei vielen gynäkologischen Operationen (beispielsweise
Gebärmutterentfernung durch die Scheide) wird eine
Schamhaarentfernung durchgeführt, um das Operationsgebiet besser
desinfizieren und abdecken zu können. Außerdem können lange
Schamhaare die Sicht behindern oder versehentlich in
Operationswunden eingenäht werden. Diese Rasur sollte erst kurz vor
der Operation erfolgen. Aus organisatorischen Gründen wird sie im
Krankenhaus oft schon am Vorabend vorgenommen. Das hat den Nachteil,
dass sich mikroskopisch kleine Hautschnitte innerhalb der nächsten
Stunden infizieren können. Diese Entzündungen verschlechtern die
Antisepsis des Operationsfeldes. So empfiehlt das Robert
Koch-Institut die Haarkürzung bei allen Operationen durch spezielle
Schneidgeräte auf ca. einen halben Millimeter Länge. In vielen
Kliniken hält sich statt dessen aber noch die gegenteilige Praxis,
nämlich eine Rasur auch dann durchzuführen, wenn sie eigentlich
nicht notwendig ist, beispielsweise vor einer Ausschabung.
Entscheidung gegen die Schamhaarentfernung
Einige Menschen fühlen sich durch die empfundene soziale
Erwartungshaltung unter Druck gesetzt, dem gesellschaftlichen Ideal
entsprechen zu müssen. Sie sehen Körper- und Schamhaare als Teil
ihrer Natur an, die es gegen kulturelle Einflüsse zu verteidigen
gilt. So finden sich auch heute Frauen und Männer, die auf
Haarentfernung verzichten. In der „Bear Community“ (dt.
„Bärengemeinde“) hat sich eine eigene Subkultur herausgebildet, die
sich stolz ihrer Körperbehaarung zuwenden und einen Kult um diese
entwickeln. Vollständig enthaarte Frauenkörper sähen zu sehr „nach
1990er-Jahre-Stil“ aus; der ungezwungene Umgang von Frauen mit der
Schönheit ihrer Schambehaarung wird als Rückkehr zur Normalität
empfunden.
Manche Menschen finden auch den Anblick einer rasierten Scham
grundsätzlich unästhetischer oder unerotischer als den eines
schamhaarbewachsenen Intimbereichs. Aufgrund der Tatsache, dass in
der modernen Pornografie fast ausschließlich Menschen mit haarlosem
Genitalbereich gezeigt werden, hat sich für Liebhaber von
Schamhaaren ein fetischistischer Nischenmarkt etabliert, in dem sich
auf Frauen mit natürlicher Schambehaarung spezialisiert wird.
Kritik an der gesellschaftlichen Erwartung
zur Schamhaarentfernung
Nachdem schon Jahrzehnte zuvor die weibliche Bein- und
Achselbehaarung eine gesellschaftliche Missbilligung erfahren hat,
vollzieht sich momentan bezüglich der Schambehaarung ein ähnlicher
Prozess. Schamhaare werden vor allem von vielen jüngeren Menschen
als eklig, unhygienisch und störend empfunden. Wenn auch für Frauen
diese Norm stärker ausgeprägt ist, gilt es auch unter Männern
zunehmend als gepflegter, sich die Schamhaare zu entfernen. In einer
Umfrage gaben über die Hälfte aller Männer und Frauen zwischen 20
und 35 Jahren an, sie würden davon ausgehen, dass mögliche
Sexualpartner einen enthaarten Intimbereich erwarten. In einer
wissenschaftlichen Studie zeigten Männer eine klare Präferenz für
unbehaarte Frauen, Frauen mit Körperbehaarung wurden nicht nur als
unattraktiver, sondern auch als weniger intelligent, unhygienisch
und ungesellig angesehen. Mitunter wird eine vornehmlich
„US-amerikanische Angst vor behaarten Frauenkörpern“ postuliert, für
die entweder Homophobie oder die übertriebene Angst vor
Krankheitserregern verantwortlich sei.
Mit zunehmender Selbstverständlichkeit der Schamhaarentfernung, auch
und gerade unter Jugendlichen, kann es auch zu Gruppenzwang
bezüglich der Anpassung an das Schönheitsideal kommen. Laut der
Beratungsstelle für Sexualpädagogik Pro Familia wird insbesondere
bei Mädchen Intimrasur zu „einem gefühlten Muss“. So sind laut Pro
Familia typische Aussagen Jugendlicher:
„„Schamhaare sind eklig, die sind doch total unappetitlich.““
„„Unrasiert bleiben geht gar nicht. Gerade im Intimbereich. Für die
allermeisten ist es eine Sauberkeitsfrage. Alles andere ist
unhygienisch““
Dies kann bis hin zu Spott, Hänseleien und Ausgrenzung führen, so
dass in jenen Fällen die Freiwilligkeit der Enthaarung fraglich ist.
Allerdings trifft diese Kritik auch auf die Achsel- und Beinrasur
beziehungsweise auf jegliche Form sozialer Konventionen zu.
Vor allem die Kritik von feministischer Seite hält der weiblichen
Intimenthaarung vor, sie stelle eine Unterwerfung der Frauen
gegenüber männlichen Wünschen und Erwartungen dar. So wird die
Etablierung der Schamhaarentfernung in breiten
Gesellschaftsschichten als ein Ausdruck der zunehmenden
Sexualisierung und Pornografisierung der Gesellschaft interpretiert.
Die Entfernung der Schamhaare wird aus feministischer Sicht von den
Frauen nicht selbst gewünscht, sondern sei eine Übernahme
patriarchalisch-chauvinistischer Zwänge, die von Männern gezielt als
Mittel der Unterdrückung eingesetzt werde. Auch wird unterstellt,
dass die Genitalien vorpubertärer Kinder nachgeahmt werden sollen.
So behauptete etwa Regula Stämpfli Anfang 2008 in einem Artikel der
feministischen Zeitschrift Emma:
„Kindermösen an erwachsenen Frauen sind also nicht einfach chic,
hip, Mode, bequem, geil, lockeres Schönheitshandeln, sondern sie
sind die am eigenen Körper vollzogene herrschende politische
Philosophie. Die Schamrasur wird Teil dessen, was Frauen in einer
entmenschlichten Warengegenwart unhinterfragt kopieren, nur um zu
gefallen. Die entblößenden Kindermösen erwachsener Frauen sind
unreflektierte Kopien globalisierter und anatomisierter,
enterotisierter und entweiblichter (Waren)Körperhandlungen.“
Schamhaarentfernung wird im feministischen Diskurs nicht als private
Angelegenheit verstanden, sondern als Aspekt in einem
Geschlechterkampf, indem sie als Ausdruck männlicher Machtausübung
gedeutet wird. Die Kritik daran wird entsprechend Teil einer
allgemeinen Kapitalismus- und Genderkritik. Mitunter wird von
Feministinnen die Schamhaarentfernung bei Frauen als symbolische
Kastration durch das Patriarchat bezeichnet oder in Beziehung
gesetzt zur konformistischen Gleichschaltung der Massen zur Zeit des
Nationalsozialismus. In weiten Teilen ähnelt die Argumentation der
PorNO-Kampagne auf dem gleichen Umfeld, mit der sie auch ihre
Pauschalität teilt. So wird ignoriert, dass sich auch viele Männer
oder lesbische Frauen die Schamhaare rasieren.
Viele Frauen sehen sich durch die feministische Position nicht
vertreten und fühlen sich auch nicht von Männern zur
Schamhaarentfernung genötigt. Sie setzen der feministischen These
der Übernahme eines gesellschaftlichen Schönheitsideals entgegen,
dass es durchaus auch ein eigenes individuelles Schönheitsideal
gibt, dem sie folgen. Der Versuch der Politisierung der
Schamhaarentfernung wird von ihnen vielfach als Bevormundung und
Einmischung in private, intime Angelegenheiten gesehen und strikt
abgelehnt. Die Mehrzahl der Frauen gibt an, sich ohne Schamhaare
schlichtweg besser zu fühlen und diese aus freier Entscheidung zu
entfernen. Auch innerhalb des Feminismus gibt es im Rahmen des
sex-positiven Feminismus Stimmen, die der Thematik offener
gegenüberstehen. Weiterhin werden auch islamische Einflüsse auf die
heutige Gesellschaft als verantwortlich betrachtet.