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Natursekt - Urophilie - Pissen - Urin - Urinieren - Pinkeln
Golden Shower
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Urophilie ist eine sexuelle Vorliebe für Urin. Urophile empfinden Urin, dessen Geruch oder den Prozess des Urinierens als erotisch und sexuell stimulierend. Auch Urophagie, der Lustgewinn durch orale Aufnahme von Urin, kann damit verbunden sein. Eine weitere Verbindung kann mit Koprophilie oder Koprophagie bestehen, die sich auf den Umgang beziehungsweise die Aufnahme von Fäzes beziehen.
Nach der medizinisch-psychologischen Definition kann die Urophilie als Störung der Sexualpräferenz (Paraphilie) in der "Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" (ICD) unter der Schlüsselnummer F65.9, den Nicht näher bezeichneten Störungen der Sexualpräferenz eingruppiert werden. Im Rahmen der sexualmedizinischen Diagnostik oder der Psychoanalyse werden solche Störungen aber erst dann als behandlungsbedürftig verstanden, wenn der Fetisch als vollständiger Ersatz für die partnerschaftliche Sexualität dient, die sexuelle Befriedigung ohne Verwendung des Fetisch erschwert ist oder unmöglich erscheint und bei dem Betroffenen dadurch ein entsprechender Leidensdruck entsteht.
Umgangssprachlich wird oft auch die nicht-pathologische Vorliebe, Urin in sexuelle Spiele einzubauen, als Urophilie bezeichnet. In der entsprechenden Szene sind auch die Bezeichnungen „Natursekt“, „Watersports“, „Pissing“, „Golden Shower“, „Golden-Waterfalls“ und „Wet-Games“ verbreitet.

Verbreitung
Entsprechende Praktiken werden sowohl von Männern als auch von Frauen ausgeübt. Die gesellschaftliche Akzeptanz der Praktik ist, wie bei anderen die Körperausscheidungen betreffende Praktiken, eher gering. Entsprechend wenige Menschen outen sich als urophil, verlässliche wissenschaftliche Quellen zur statistischen Verteilung fehlen daher.

Risiken
Aus medizinischer Sicht ist der Umgang mit frischem Urin von gesunden Menschen problemlos. Die geringe Bakterienkonzentration im Urin rührt von in der Harnröhre lebenden Bakterien her, diese Bakterien sind für gesunde Menschen in der Regel harmlos und nicht pathogen. Von Kontakt zu gelagertem Urin sollte wegen der rasch einsetzenden Verkeimung der Flüssigkeit dringend abgesehen werden.
Es ist möglich, sich durch die Aufnahme von fremdem Urin eines kranken Menschen mit Krankheiten anzustecken. Ein besonderes Risiko bildet die Infektion mit Hepatitis A; dieses Virus wird bei der Aufnahme fremden Urins in höherer Konzentration übertragen. Sexuelle Praktiken mit Urin sind laut der Deutschen AIDS-Hilfe „unbedenklich, was HIV angeht (solange kein Blut im Spiel ist)“. Das AIDS-auslösende HI-Virus (HIV) „wurde zwar auch in Urin, Kot, Speichel, Schweiß und Tränenflüssigkeit nachgewiesen, jedoch nur in sehr geringer Menge, die für eine Ansteckung nicht ausreicht.“ Bei einer Blasenentzündung (Zystitis) besteht bei dieser Praktik akute Infektionsgefahr. Urin von kranken Menschen und solchen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollte generell nicht konsumiert werden. Ein Gespräch mit einem Allgemeinarzt oder auch einem spezialisierten Urologen kann abklären, ob der Konsum des Urins eines Menschen, der bestimmte Krankheiten hat oder Medikamente nimmt, unbedenklich ist.

Kunst
In der Kunst tritt die Beschreibung und Darstellung von urinierenden Personen über die Jahrhunderte und verschiedenen Stile hinweg auf. Rembrandt schuf beispielsweise die Zeichnung einer urinierenden Bauersfrau und auch Picasso verwendet entsprechende Motive in einigen seiner Bilder. Die Figurinen Männeken Pis und Janneken Pis sind plastische Darstellungen dieses Genres. In der erotischen Fotografie war dieses Sujet von Anfang an mit vertreten. Aktuelle Fotobände gibt es von Claude Fauville, Amanda James und Paul Compton.
In der erotisch-belletristischen und pornographischen Literatur wird der Akt des Urinierens dargestellt, unter anderem beschreibt Marquis de Sade in dem Werk Die 120 Tage von Sodom die Urophilie, als demütigendes Element für Opfer erscheint das Urinieren auch in anderen Zusammenhängen. Ein Beispiel hierfür ist eine gewalttätige Szene aus dem Buch Die Jury von John Grisham, in der die Täter nach der Tat auf ihr Opfer urinieren.

Urophilie und BDSM
Urophilie und Urophagie per se sind keine BDSM-Praktiken. Urin hat aber im Kontext des BDSM - sofern es als Praktik zum Einsatz kommt - eine mehrschichtige Bedeutung. Der Sexualwissenschaftler Denson unterscheidet beispielsweise als Untergruppen der Urophilie auch den Urosadismus und den Uromasochismus. Allen Bedeutungen ist die Demonstration der Überlegenheit und/oder Kontrolle des dominanten Partners (Top) gegenüber dem kontrollierten Partner (Bottom) gemein. Dies reicht vom gegenseitigen expliziten Einverständnis ("consensual") bis hin zum Erzwingen der Umsetzung als Sexualpraktik durch den dominanten Partner. Darüber hinaus bestehen verschiedene Zielsetzungen der Umsetzung von Sexualpraktiken mittels Urin:
Demütigung - die offensichtliche Demonstration der Unterlegenheit oder Hilflosigkeit des kontrollierten Partners.
Bestrafung - im klassischen Sinne einer Strafe.
Objektifizierung - der kontrollierte Partner wird auf die Funktion eines Gegenstandes (hier: das Urinal) reduziert. Im Sinne der Objektifizierung ist dies keine Demütigung, da Objekte keine Gefühle haben.
Belohnung - im Sinne einer klassischen Belohnung, entweder weil der kontrollierte Partner dies als luststeigernde Praktik wahrnimmt oder weil der kontrollierte Partner die Möglichkeit erhält, etwas Persönliches (hier: den Urin) vom kontrollierenden Partner zu erhalten.
Kontrolle - die beim kontrollierten Partner herbeigeführte Harnverhaltung bzw. Kontrolle der Exkretion durch den kontrollierenden Partner.

Urethralverkehr
Urethralverkehr oder Urethral Coitus (von lat. Urethra = Harnröhre) bezeichnet den Geschlechtsverkehr unter Einbeziehung der Harnröhre. Dabei wird der Penis des Mannes in die weibliche Harnröhre eingeführt.
Prinzip der Durchführung
Die weibliche Harnröhre stellt eine Verbindung zwischen Harnblase und Scheidenvorhof dar. Üblicherweise hat sie einen geringen Durchmesser von unter 1 Zentimeter und ist somit für das Einführen eines Penis zu eng. Jedoch verfügt die Harnröhre über eine hohe Flexibilität und kann durch kontinuierliches Dehnen stark an Umfang zunehmen. Dies kann bis zu einer Größe führen, welche die Penetration ermöglicht.
Motive
Mitunter wird der Urethralverkehr durchgeführt, weil aufgrund von Fehlbildungen der Vagina der Vaginalverkehr erschwert ist oder aber die Harnröhre der Frau ist von sich aus übernormal vergrößert. Jedoch ist dies nicht notwendigerweise der Fall, in den meisten Fällen liegt keine Fehlbildung des Urogenitaltraktes vor. Wie auch die Stimulation der Harnröhre mit den Fingern oder durch das Einführen von Objekten stellt der Urethralverkehr eine Form der Lustgewinnung dar.
Verbreitung
Obwohl keine Zahlen über eine Verbreitung vorliegen, ist davon auszugehen, dass es sich um eine sehr seltene Sexualpraktik handelt. Es finden sich jedoch zahlreiche Berichte in der gynäkologischen Fachliteratur. Auch in der Pornografie wird der Urethralverkehr mitunter praktiziert. Der Urethralverkehr ist normalerweise eine heterosexuelle Praktik; die ausgeprägte Dehnbarkeit und Flexibilität der Harnröhre wird durch Fachberichte homosexuellen Urethralverkehrs belegt. Dabei war es einem Mann möglich, den Penis eines anderen Mannes in seine Harnröhre aufzunehmen.
Risiken
Ein häufig berichtetes Problem im Zusammenhang mit Urethralverkehr ist das Auftreten von Harninkontinenz nach dem Verkehr. Weiterhin ist das Risiko von Harnröhrenentzündungen und Blasenentzündungen gegeben. Die starke Dehnung der Harnröhre kann zu Problemen führen.
 

 
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