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Huren - Nutten - Dirnen - Prostituierte -
Hobbynutten - Studentinnen
zurück
Hure ist eine ursprünglich abwertende Bezeichnung für eine
Prostituierte. In der Umgangssprache wird dieser Begriff auch für
Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern gebraucht. Abwertende
Synonyme sind Wörter Nutte, Dirne und Metze.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden von der Wehrmacht und der SS
Wehrmachtsbordelle eingerichtet. Frauen, die bei dieser Form der
Zwangsarbeit mit Geschlechtskrankheiten angesteckt wurden, wurden in
Vernichtungslager verbracht oder exekutiert. In den
Konzentrationslagern gab es Lagerbordelle. Es war allerdings bei
allen Kriegsparteien üblich, Kriegsbordelle einzurichten. Den von
den japanischen Besetzern Ostasiens euphemistisch so genannten
„Trostfrauen“, meistens Chinesinnen und Koreanerinnen, drohte
ähnliches.
Prostitution in der Deutschen
Demokratischen Republik
In der DDR bediente sich das MfS der offiziell seit 1968 unter
Strafe stehenden Prostitution zur Informationsgewinnung über den
„Klassenfeind“. Die Prostitution wurde nicht nur geduldet, sondern
sogar durch Schulungen gefördert. Es wurden sowohl männliche als
auch weibliche Prostituierte eingesetzt. Die Staatssicherheit der
DDR nannte diese Art des Einsatzes „Frauenspezifische Verwendung“.
Mit Informationen über sexuelle Deviationen der „Zielpersonen“
(Freier) wurden Dissidenten erpressbar. Haupteinsatzorte bei
West-Besuchern waren die Intershops sowie die Leipziger Messe,
internationale Kongresse und Veranstaltungen und die dazu genutzten
Devisenhotels. Mehr über die Anwendung der sexuellen Anziehungskraft
für Zwecke der Staatssicherheit in der DDR finden Sie unter
Hauptverwaltung Aufklärung.
Im Zusammenhang mit der sexuellen Revolution ist die Prostitution
von einem Tabuthema allmählich in den Rang eines gesellschaftlich
zumindest hingenommenen Alltagsphänomens aufgerückt. Weite Teile der
Frauenbewegung lehnten und lehnen die Prostitution scharf ab und
fordern auch in Deutschland eine Regelung ähnlich wie in Schweden,
wo nicht die Prostituierte, sondern der Freier strafbedroht ist.
Andererseits gibt es feministische Strömungen, die die freiwillige
Prostitution vorsichtig oder gar euphorisch positiv sehen.
Das im Zusammenhang mit der sexuellen Revolution gewachsene Angebot
an kostenlosem und unverbindlichem Sex führte zu einem erheblichen
Rückgang der Zahl der Prostitutierten und einem starken Preisverfall
ihrer Dienste. Anfang des 20. Jahrhunderts bot laut einer Erhebung
des Department of Justice jede 50ste Frau in den USA zwischen 20 und
30 Jahren sexuelle Dienste für Geld an. Eine in einem Bordell
arbeitende Prostituierte konnte dabei ein Jahreseinkommen von
umgerechnet 76.000 US-Dollar pro Jahr verdienen. In den teuersten
und exklusivsten Bordellen (beispielsweise dem Everleigh Club in
Chicago) erhielten die dort arbeitetenden Frauen gesunde Ernährung,
exzellente medizinische Versorgung, eine gute Bildung und bis zu
umgerechnet 430.000 US-Dollar pro Jahr. Heute arbeitet eine typische
Straßenprostituierte in Chicago etwa 13 Stunden pro Woche und
verdient dabei lediglich noch 350 US-Dollar.
Eine amtsdeutsche Umschreibung für Prostituierte war früher Personen
mit häufig wechselndem Geschlechtsverkehr (HWG). Personen, die
gewerblich häufig wechselnden Geschlechtsverkehr hatten, waren dazu
verpflichtet, regelmäßig eine amtliche Untersuchungsbestätigung, den
so genannten „Bockschein“ vorzulegen.
Konsumenten
Konsumenten von Prostitution, auch Freier genannt, stammen aus allen
sozialen Schichten und fast allen Altersgruppen. Als Bezeichnungen
für Frauen haben sich entsprechende weibliche Formen eingebürgert
(Freierin, Kundin, Kulantin). Seit Einführung des
Prostitutionsgesetzes besteht in Deutschland für den die
Prostitution Ausübenden ein Rechtsanspruch auf Bezahlung, während
dies zuvor aufgrund der Sittenwidrigkeit von Prostitution nicht der
Fall war. Dennoch ist die Bezahlung per Vorkasse noch immer die
Regel. Freier, die nicht bezahlen wollen, werden im Jargon als
„Nuttenpreller“ bezeichnet. Wird der Freier bestohlen, handelt es
sich um Beischlafdiebstahl.
Diskreter Kontakt wird über die Medien (Kontaktanzeigen in Zeitung
und auch inzwischen TV) gesucht und gefunden, kann sich aber auch
spontan im Alltag und normalen Berufsleben ergeben. In den 1970er
und 1980er Jahren waren bei Nachfrage Preisauskünfte über das
Telefon nicht üblich. Heute wird dies aber meist für ganz
selbstverständlich gehalten. In Zeiten des Internet findet die
Anbahnung auch über Erotikportale und Freierforen statt. In
Kontaktanzeigen und Freierforen haben sich zahlreiche Abkürzungen
für Sexualpraktiken etabliert.
Formen der Prostitution
In Organisationen mit mehreren
Prostituierten
Bordell
Bordelle sind spezielle Häuser, die über einen Kontaktraum verfügen,
in denen der Freier eine Prostituierte oder einen Stricher (House of
Boys) auswählen kann und dann mit ihr oder ihm ein Zimmer für den
Sex (ähnlich einem Stundenhotel) aufsucht. Abwandlungen sind
Laufhäuser oder Straßen mit schaufensterähnlichen Räumen im
Erdgeschoss, in denen die Prostituierten sitzen (zum Beispiel die
Herbertstraße in Hamburg, die Helenenstraße in Bremen, die
Reitwallstraße in Hannover, die Antoniusstraße in Aachen oder die
Linienstraße in Dortmund).
Partytreff
Bei Prostitution in sogenannten Partytreffs sitzen die
Prostituierten in einer wohnlichen Atmosphäre mit den Freiern
zusammen. Für die Ausübung der sexuellen Handlungen sucht man
entweder Einzelräume auf oder sie finden auf sogenannten
„Spielwiesen“ statt, wobei es durchaus vorkommen kann – und soll –
dass mehrere Paare gleichzeitig (bis hin zum Gruppensex) den
Geschlechtsverkehr ausüben. Im Gegensatz zu Swinger-Clubs arbeiten
hier weitestgehend gewerbliche Prostituierte, die Teilnahme von
weiblichen Besuchern ist jedoch nicht ausgeschlossen und wird von
manchen der Gäste sogar erwartet. Gewöhnlich wird vom Freier ein
Pauschalbetrag für eine bestimmte Zeit im Voraus bezahlt, der es ihm
ermöglicht, mit mehreren der anwesenden Damen zu verkehren. Kaltes
oder warmes Büffet, Getränke (Alkohol wird allerdings nicht überall
ausgeschenkt, um Komplikationen mit Gästen aus dem Wege zu gehen)
sind im Preis inbegriffen. Zusätzliche Leistungen wie erotische
Massagen, Sauna oder Whirlpool gehören ebenfalls zum Programm der
meisten Partytreffs in Deutschland.
Modellwohnungen
Bei Modellprostitution mieten die Prostituierten Zimmer in so
genannten Modellwohnungen an, die häufig ehemalige Gewerberäume oder
Mietwohnungen sind. Sie werben in Lokalzeitungen oder im Internet,
um Kunden anzuziehen. Eine Sonderform dessen ist die Terminwohnungs-
und Reiseprostitution: Prostituierte, die über eine gewisse
Zeitspanne in verschiedenen Orten jeweils eine kurze festgelegte
Zeit arbeiten und dann weiterziehen. Viele Häuser setzen gezielt auf
diese Art der Arbeit, weil sie immer frische, neue Gesichter und
damit steten Kundenzulauf garantieren. Oftmals sind diese Häuser
landes- oder gar bundesweit untereinander vernetzt, ähnlich wie bei
einer Ladenkette, und die Arbeitnehmerinnen sind als feste
Angestellte in das Rotationsprinzip eingebunden. Um immer eine
ausreichende Besetzung des Teams in sämtlichen Häusern zu
gewährleisten, gibt es „feste Rotatoren“, meistens weniger flexible
Nebenerwerbs-Prostituierte mit festen familiären Bindungen und aus
anderen beruflichen Erwerbszweigen, die ihre Arbeitszeiten fest
terminlich mit den Einsatzorten vereinbaren und abgleichen, und
„spontane Springer“, zum größten Teil haupterwerbliche
Prostituierte, die quer durch die Lande geschickt werden können, um
eventuellen Bedarf zu decken.
Anruf
Bei Prostitution auf Anruf (Callgirls, Callboys) werden die
Prostituierten direkt oder über eine Agentur gebucht. Die gewünschte
Dienstleistung wird beim Kunden zu Hause, in einem Hotel oder in der
eigenen oder extra angemieteten Wohnung vollzogen. In der gehobenen
Callgirl-Szene (Escortdienst) gehen die gebuchten Damen und Herren
unter Umständen auch auf Reise oder lassen sich auf Bestellung ins
Ausland ein- und ausfliegen.
Individuell arbeitende -
Gelegenheitsprostitution
Öffentliche Anbietung - Straßenstrich
Bei der öffentliche Einzelpersonen-Prostitution stehen die
Prostituierten an bestimmten, offiziell dafür vorgesehenen oder
inoffiziell bekannten, offen einsehbaren Stellen und bieten sich
potentiellen Kunden an. Abwandlungen sind Prostitution an Straßen,
in Hotelbars, Raststätten und an ähnlichen Orten. Relativ neu ist
die Verrichtungsbox als kontrollierte Variante des Straßenstrichs.
Bei der Straßenprostitution findet der Sex in der Regel entweder im
Auto oder in Hotels statt, oft in so genannten Stundenhotels, die
darauf spezialisiert sind.
Wohnwagen
Wohnwagenprostitution findet man an einigen Land- und Bundesstraßen,
zumeist im ländlichen Raum. Die Prostituierten warten in Wohnwagen,
die an Parkplätzen, Autobahnraststätten oder Feldwegmündungen
stehen, auf Kunden.
Für spezielle Kundengruppen
Sexualassistenz oder Surrogatpartner
Eine Sonderform der Prostitution stellt das Angebot sogenannter
Surrogatpartner (auch Sexualassistenz oder Sexualbegleitung genannt)
dar: Menschen, die aufgrund einer Behinderung keine andere
Möglichkeit der sexuellen Befriedigung haben oder mangels eigenem
Partner in einer Sexualtherapie niemanden haben, mit dem sie
beispielsweise aufgrund einer Potenzschwäche neues Vertrauen
schöpfen können, nehmen die Dienste von männlichen oder weiblichen
Ersatzpartnern in Anspruch. Sexualassistenten sind, etwa durch
inzwischen existierende spezielle Ausbildungsgänge, auf die
besonderen Bedürfnisse behinderter Menschen spezialisiert oder
speziell therapeutisch geschult. Im Gegensatz zu vielen anderen
therapeutischen oder behinderungsspezifischen Hilfen obliegt die
Finanzierung dieser Dienstleistung in aller Regel den betroffenen
Menschen selbst. Auch eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse
(‚Sex auf Krankenschein‘) ist in Deutschland – anders als etwa in
den Niederlanden – gesetzlich ausgeschlossen. In Dänemark werden mit
staatlicher Hilfe bessere Möglichkeiten zur Befriedigung sexueller
Bedürfnisse für behinderte Menschen angeboten, das heißt es werden
nach Wunsch Prostituierte für diese Menschen engagiert.
BDSM
In sogenannten SM-Studios findet eine Prostitutionsform statt,
welche auf den sexuellen Genuss von "Strenge und Schmerz" aufbaut.
Die aktiv Ausübenden werden Domina/Dominus genannt, die passiv
Ausübenden Sklave/Sklavia. Diese Szene zählt sich selbst in der
Regel nicht zum herkömmlichen Prostitutionsgewerbe.
Unfreiwillige Sexarbeit und kriminelle
Aspekte
Gründe für unfreiwillige Sexarbeit und
Zwangsprostitution
Die Gründe, aus denen Menschen sich dazu gezwungen sehen, Sex als
Arbeit ausüben zu müssen, können sehr unterschiedlich sein und sind
oft mehrschichtig. Die Abgrenzung zwischen Zwang und freiwilliger
Berufswahl kann schwierig sein. Auch freiwillige Prostituierte
können bei mangelnder Unterstützung ihres Umfeldes, sei es sozial,
gesellschaftlich oder materiell, in Abhängigkeitsverhältnisse
gebracht und letztlich in die unfreiwillige Prostitution geraten,
aus welchen sie von sich aus nur schwer Wege hinaus finden.
In wirtschaftlich schwachen Ländern, beispielsweise in Ländern der
Dritten Welt, ergreifen die Menschen diese Tätigkeit meistens, weil
sie sonst keine andere Möglichkeit sehen, ihren täglichen
Lebensunterhalt zu bestreiten. Nicht selten verbindet sich die
unfreiwillige Prostitution zusätzlich mit anderen kriminellen
Tatbeständen:
Zuhälterei
Zuhälter üben oft Zwang auf die für sie tätigen Prostituierten aus,
entweder damit sie sich überhaupt prostituieren oder damit sie den
gewünschten Anteil an den Einnahmen an ihn oder sie abliefern. Bei
allen Formen der Prostitution können die Prostituierten unter der
Kontrolle eines männlichen oder weiblichen Zuhälters stehen. Es ist
nicht ungewöhnlich, dass Zuhälter die Prostituierten unter Einsatz
von Gewalt oder psychischer Manipulation (also durch gezieltes
Ausnutzen persönlicher Schwächen), gelegentlich auch
suchterzeugender Drogen, in einem Zustand der Abhängigkeit halten;
eine besondere gewaltsame Abhängigkeit wird im Fall des
Menschenhandels (siehe auch Moderne Sklaverei) geschaffen. Betroffen
sind häufig ungebildete Menschen aus Zweit- oder Drittweltländern.
In solchen Situationen geht der Verdienst ganz oder weitgehend an
die Zuhälter. Eine Gegenleistung wird bestenfalls darin geleistet,
indem für den Schutz der Prostituierten in dem oft nicht
ungefährlichen Milieu gesorgt wird.
Zuhälter können aber trotz ihrer Kommission dazu führen, dass
Prostituierte mit weniger Arbeit mehr verdienen. So zeigt eine
empirische Analyse von Prostituierten in Chicago, dass Zuhälter
zahlungskräftigere und -willigere Kunden rekrutieren als
Prostitutierte alleine. Auch können Prostituierte mit Zuhälter vor
Gewalt von Kunden besser geschützt sein.
Die Grenzen sind bisweilen aber fließend: Die Ehefrau oder Freundin
kann mit Prostitution zum Lebensunterhalt der Lebensgemeinschaft
beitragen oder bestreitet ihn sogar gänzlich, ohne dass der
partizipierende Partner hier als Zuhälter zu bezeichnen wäre.
Drogenbedingte Prostitution
Ein Grund für Prostitution können Zwangslagen sein, wie die
Geldbeschaffung für Drogen (Drogenkriminalität,
Beschaffungsprostitution).
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