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Erotisches Rollenspiel

Ein erotisches oder sexuelles Rollenspiel ist eine Sexualpraktik. Dabei nehmen zwei oder mehr Sexualpartner teil, wobei jeder eine bestimmte Rolle übernimmt und sich dieser Rolle entsprechend verhält und gegebenenfalls kleidet bzw. verkleidet, um sich und/oder dem Partner Lust zu verschaffen.

Formen
Ein erotisches Rollenspiel kann als Stimulation und Vorspiel für den Geschlechtsverkehr oder andere sexuelle Aktivitäten dienen, aber auch den gesamten Umfang der erotischen Aktivitäten darstellen, wie es im BDSM-Kontext oft der Fall ist (ohne dass zwangsläufig im engeren Sinne sexuelle Handlungen vollzogen werden müssen).
Dem Alltag zu entfliehen und sich in eine andere Person zu verwandeln, kann sehr befriedigend wirken, die eigenen sexuellen Fantasien beflügeln und für eine gesteigerte sexuelle Lust sorgen. So werden manche Männer sexuell erregt, wenn sich ihre Partnerin als strenge Lehrerin oder Schulmädchen verkleidet. Man kann auch einmal für kurze Zeit die Prinzessin, den Cowboy in Leder, die unnahbare Nonne, den begehrten Filmstar, einen Piraten oder einen Flugkapitän spielen. Alles, was anmacht, ist erlaubt, je nach Wunsch nur imaginär oder mit echten Kostümen und gespielten Szenen.
Bei den sogenannten Doktorspielen mimt einer der Sexualpartner den untersuchenden Arzt, ein anderer den Patienten. Beliebte sexuelle Rollenspiele sind auch die so genannten Erziehungsspiele, bei denen der eine Partner in die Rolle des dominanten, erziehenden Parts schlüpft, während sich der andere scheinbar ungehorsam oder auch gehorsam und devot verhält.
Erotische Rollenspiele werden häufig in sadomasochistischen Kreisen gespielt. Der dominante Partner übernimmt dort die Meister- bzw. Domina-Rolle, devote Partner eine Sklavenrolle. Auch Prostituierte verkleiden sich oft, um ihren Kunden vereinbarungsgemäß eine bestimmte, an den persönlichen Vorlieben des Freiers orientierte Rolle vorzuspielen.
Japans Bordelle haben um die Jahrtausendwende eine Marktlücke entdeckt und unter dem Begriff Cosplay erotische Rollenspiele in ihr Sortiment aufgenommen. Neben Prostituierten in Schuluniform oder Anime-Kostüm wird gerne eine Chikan-Situation nachgespielt. So haben einige Salons ein Zimmer zu einem Eisenbahn-Waggon ausgebaut, in dem die Kunden unbeteiligt herumstehende Prostituierte sexuell berühren dürfen.
Erotische Rollenspiele können auch als Chatrollenspiel gespielt werden. Siehe auch Cybersex.

Doktorspiel
Als Doktorspiele werden Spiele zwischen Kindern bezeichnet, die die gegenseitige Erkundung ihrer Körper und insbesondere ihrer Genitalien zum Inhalt haben. Diese Spiele haben oft eine Arzt-Patient-Situation zum Inhalt.
Beschreibung
Doktorspiele sind bei Kindern weit verbreitet und gehören zur kindlichen Entwicklung. Sie lernen neugierig und gegenseitig die ansonsten unsichtbaren und damit unbekannten Körperteile kennen. Gleichzeitig erleben sie sexuelle Gefühle und lernen damit umzugehen. Doktorspiele dienen auch zur Befriedigung kindlicher sexueller Bedürfnisse (infantile Sexualität). Die Rollen von „Arzt“ und „Patient“ helfen den Kindern dabei, ihre Ängste vor Sexualität zu überwinden.
Auch das Spiel Blinde Kuh hat oft eine erotische Komponente. Ältere Kinder spielen oft Flaschendrehen.
Missbrauch
Wenn ein Erwachsener die Neugier des Kindes ausnutzt, um es dazu zu bringen, sexuelle Handlungen an sich oder anderen vorzunehmen oder diese an sich vornehmen zu lassen, bei diesen zuzuschauen oder Schilderungen derselben zu folgen, handelt es sich um sexuellen Missbrauch von Kindern. In den USA sind Fälle von strafrechtlich verfolgten Doktorspielen unter Kindern belegt.
Sexualpraktiken bei Erwachsenen
Unter Erwachsenen finden sich den Doktorspielen angelehnte Sexualpraktiken manchmal im BDSM-Kontext wieder (sexuelles Rollenspiel).

Gynäkologie
Die Gynäkologie, oder auch Frauenheilkunde, ist die Lehre von der Behandlung der Erkrankungen des weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstraktes. Das entsprechende Fachgebiet für männliche Patienten ist die Andrologie, zum Teil die Urologie. Allerdings beschäftigen sich Urologen auch mit weiblichen Patienten, wenn es um Erkrankungen der Nieren, der Harnblase und der Harnröhre geht.
Im engeren Sinne befasst sich die Gynäkologie mit den Erkrankungen der nicht schwangeren Frau im Gegensatz zur Geburtshilfe. Die Frauenheilkunde ist eines von etwa 30 Teilgebieten der Humanmedizin. Die Facharzt-Ausbildung erfolgt in Deutschland immer gemeinsam mit der Geburtshilfe.
Zu den Aufgaben der Gynäkologie gehört auch die Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Brust und die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen (Vorsorgemedizin; siehe auch Mammografie).
Untersuchungsmethoden in der Gynäkologie
Die wichtigsten Untersuchungsmethoden der Gynäkologie sind Ultraschall (siehe Sonografie) zur Abbildung der inneren Organe (vor allem der Gebärmutter), sowie die Tastuntersuchung (Eierstöcke) und visuelle Begutachtung mittels Spekulum zur Untersuchung von Scheide und Muttermund, wobei Gewebeproben und Zellen von der Schleimhautoberfläche (Abstrich) zur Untersuchung entnommen werden können. Für Untersuchungen und Behandlungen im Bereich des Unterleibs wird die Patientin im Regelfall auf einem gynäkologischen Stuhl gelagert, damit die Geschlechtsorgane gut zugänglich sind. Im übrigen sei als wichtiges Hilfsmittel noch die Mikroskopie erwähnt: Zum Beispiel zum Nachweis einer Pilzinfektion der Vagina (Candidamycose).

Ageplay
Der Begriff Ageplay (engl. Age, Alter; play, Spiel) bezeichnet Rollenspiele, bei denen die Teilnehmer so agieren, als hätten sie ein anderes Lebensalter, beispielsweise beim bekannten „Vater-Mutter-Kind“-Spiel von Kindern. Grundsätzlich kann das Alter der angenommenen Rolle über oder unter dem tatsächlichen Alter des Beteiligten liegen.
Erotisches/Sexuelles Ageplay
Beim sexuellen Ageplay handelt es sich grundsätzlich um ein neigungsunabhängiges erotisches Rollenspiel zwischen einvernehmlichen Erwachsenen (vgl. Safe, Sane, Consensual). Aufgrund der mit dem gespielten Altersunterschied verbundenen Aspekte von Macht und Ohnmacht wird Ageplay im Allgemeinen zu den Sexualpraktiken des BDSM gerechnet. Neben Verquickungen mit anderen Rollenspielarten wie dem Genderplay, können innerhalb eines solchen Rollenspiels auch fiktiver Inzest, Bestrafung und sexuelle Handlungen mit dem das Kind darstellenden Erwachsenen Teil der zugrundeliegenden Fantasie sein. Während Rollenspiele mit unterschiedlichen reifen und adoleszenten Lebensaltern Außenstehende kaum stört, führen diese an Pädophilie und Kindesmissbrauch erinnernden Spielarten, insbesondere das infantile Rollenspiel (vgl. Adult Baby), sowohl außerhalb als auch innerhalb der BDSM-Szene zu Unverständnis und Ablehnung. Die Rollenspieler verneinen jedoch jeglichen Zusammenhang vehement, da prinzipiell nur Erwachsene an dieser Art Rollenspiel beteiligt sind. Dennoch wird in der psychiatrischen Betrachtung zumindest für den Bereich des Windelfetisch ein Zusammenhang mit der Autopädophilie vermutet. Aufgrund dieser Problematik stützt sich die Kommunikation innerhalb dieses Teils der Szene überwiegend auf das Internet, öffentliche Outings, wie sie im BDSM inzwischen häufiger vorkommen, sind äußerst selten.
Im erotischen Ageplay nimmt der dominante Partner (Top) meist die Rolle einer irgendwie gearteten Autorität oder Respektsperson ein, beispielsweise einer Tante, Ausbilderin, eines Vaters oder eines Lehrers. Dabei ist der gespielte Altersunterschied nicht zwangsläufig sehr groß, zum Beispiel kann ein Rollenspiel mit Arzt und Patient schon durch einen geringen Altersunterschied das gewünschte Wissens- und Machtgefälle darstellen. Die wohl bekanntesten Varianten des Ageplay sind: Lehrer und Schüler, Mutter und Kind, Vater und Tochter, älterer Herr und Lolita. Der umgekehrte Fall (devoter Partner (Bottom) spielt den älteren Part) wird ebenfalls beschrieben. Es besteht auch die Möglichkeit, dass innerhalb des Spiels gleichaltrige Rollen eingenommen werden. Durch die rein fiktive Grundlage des Rollenspiels kann innerhalb des Szenarios auch das Geschlecht gewechselt werden, beispielsweise kann auch ein älterer Mann eine ungezogene kleine Göre spielen. Viele andere Praktiken und Szenarien aus dem Bereich des BDSM können mit in das Spiel einfließen: Beispiele hierfür sind Klinikerotik, insbesondere mit erotisch stimulierenden, erniedrigenden Praktiken (Fiebermessen, Einläufe), Spanking, Petticoating, aber auch Bondage und erotische Laktation. Die fiktiven Rollenspiele enthalten häufig auch autoritäre Erziehungsmaßnahmen, die zum Teil seit Jahrzehnten nicht mehr üblich sind, aber Bestandteil der erniedrigenden und masochistischen Fantasien geblieben sind, beispielsweise das Scheiterknien (Knien auf einem Holzstück) oder Rohrstockschläge durch den Lehrer.
Neben dem sehr offensichtlichen Aspekt des Statusunterschiedes zwischen älteren und jüngeren Personen und dem resultierenden Machtgefüge, das für Rollenspiele im Zusammenhang mit Dominanz und Unterwerfung (vgl. D/s) nahezu unumgänglich ist, können Motive für das Rollenspiel beispielsweise auch der Wunsch nach Geborgenheit, Stabilität und Aufmerksamkeit oder der Ausübung von Kontrolle und Pflegetrieb, sowie ein vorhandener Windelfetischismus sein. Gelegentlich wird beschrieben, dass eine mögliche Motivation auch Traumata im Kindesalter, z. B. Missbrauch sein können, die mit diesen Rollenspielen bearbeitet werden. Dies ist wissenschaftlich noch nicht untersucht, wird aber innerhalb der Szene diskutiert. Neben den Risiken, die aus der Anwendung der einzelnen BDSM-Praktiken entstehen können, ist eine der häufiger beschriebenen Gefahren des erotischen Ageplay die Erinnerung an verdrängte Geschehnisse im Kindesalter, die innerhalb des Spieles zu unkontrollierbaren Situationen und einem Absturz des Bottom führen können.
Ageplay kann auch im Internet, z. B. als Chatrollenspiel, gespielt werden. Ageplay wurde Ende 2007 online teilweise heftig und kontrovers diskutiert, als Linden Lab verkündete, Ageplay in der virtuellen 3D-Welt Second Life sei in einigen Ländern illegal und würde in Zukunft unterbunden werden. In anderen Kulturkreisen gibt es ähnliche Fantasien, die zum Teil als Ageplay ausgelebt werden, ein gut belegtes Beispiel hierfür ist Japan. Dort sind Schulmädchenfantasien sehr geläufig und werden zum Beispiel mit als Schulmädchen verkleideten Prostituierten (vgl. Cosplay) auch ausgelebt, entsprechende pornografische Filme und Hentais werden dort legal vertrieben.

Petplay
Unter Petplay (engl. Pet = (Haus-)Tier, play = Spiel), Animal Play (engl. Animal = Tier) oder auch Zoomimik versteht man ein erotisches Rollenspiel, bei dem mindestens ein Partner die Rolle eines Tieres spielt. Üblicherweise wird das Petplay zu den Sexualpraktiken des BDSM gezählt. Klassische Elemente des BDSM, beispielsweise Machtgefälle, Unterwerfung, sexuell stimulierende Erniedrigung und sadomasochistische Praktiken können Bestandteil des Spieles sein. Diese Rollenspiele finden grundsätzlich zwischen einvernehmlichen Partnern statt (vgl. SSC). Nicht zum Petplay gehört das sexuelle Spiel mit echten Tieren, das als Sodomie oder Zoophilie bezeichnet wird. Ebenfalls abgegrenzt vom Petplay im BDSM werden die Furries, bei denen anthropomorphe Tiere im Mittelpunkt stehen.
 

 
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