Gangbang - Gruppensex - Rudelbumsen - Flotter Dreier

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Gruppensex ist eine Sexualpraktik, an der mehr als zwei Personen beteiligt sind. Haben drei Personen Sex miteinander, nennt man dies eine Triole oder umgangssprachlich auch einen „flotten Dreier“. Gruppensex wird oft als Partnertausch zwischen zwei oder mehreren Paaren praktiziert. Zu Gruppensex kommt es häufig auch auf Swingerpartys und in eigens dafür eingerichteten Swingerclubs.

Geschichte
Bereits die Antike kannte den Gruppensex im Rahmen kultischer Bacchanalien und Orgien.

Praxis
Gruppensex wird in Swingerclubs, aber auch an einschlägig bekannten Treffpunkten wie Baggerseen, Autobahnparkplätzen und Porno-Kinos betrieben. Gegenüber dieser eher anonymen Variante nimmt in der jüngeren Vergangenheit Gruppensex in privatem Rahmen zu. Das Internet als anonymes Kontaktmedium erleichtert dies beträchtlich. Auch in diesem privaten Rahmen bleibt Gruppensex regelmäßig emotional distanziert. Freundschaftliche Beziehungen sind nicht immer erwünscht – viele bevorzugen so genannte One-Night-Stands – und die Beziehungen zwischen den Partnern bleiben häufig instabil. Paare, die sich auf Gruppensex einlassen, gehen zudem das Risiko ein, ihrer Beziehung durch Eifersucht oder emotionale Umorientierung zu schaden.
Wie bei anderen Sexualpraktiken auch, bringt beim Gruppensex der Verzicht auf Safer Sex die Gefahr der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Erkrankungen wie z. B. AIDS mit sich.

Gangbang
Eine besondere Form des Gruppensex ist der Gangbang (engl.), für den eine extreme Überzahl dominanter bzw. aktiv-penetrierender Teilnehmer und die abwechselnde Penetration weniger submissiver bzw. passiv-rezeptiver Teilnehmer charakteristisch ist. Dagegen sind bei einem Reverse Gangbang die empfangenden Teilnehmer in der großen Überzahl. Der Begriff kommt aus dem Englischen von gang („Bande“, „Gruppe“, umgangssprachlich auch Rudel, daher Rudelbums genannt) und bang (vulgär für „koitieren“) und bezeichnete ursprünglich eine Gruppenvergewaltigung. Darüber hinaus findet der Begriff heute auch breitere Verwendung wie oben beschrieben.

Flotter Dreier
Flotter Dreier, kurz Dreier, Threesome oder Triole genannt, ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Ausübung von Geschlechtsverkehr zwischen drei Personen und stellt damit die kleinstmögliche Variante von Gruppensex dar.
Motive
Die Vorstellung, gleichzeitig mit zwei Partnern Sex zu haben, ist weit verbreitet und wird zum Beispiel oft in der Literatur und im Film thematisiert. Manchmal ergibt sich der flotte Dreier aus einer Gelegenheitssituation heraus, wie zum Beispiel einem „angeregten Abend zu dritt“, oft als einmaliges Abenteuer, wobei Alkohol und andere Drogen zur Herabsetzung von Hemmschwellen beitragen können.
Für bisexuelle Menschen, die gleichzeitig einen Mann und eine Frau lieben, ist ein gleichzeitiger Geschlechtsverkehr mit beiden Geschlechtern oft naheliegend. Paare sehen darin manchmal eine Erweiterung ihres Sexuallebens (siehe auch Swinger), wobei einer der beiden oft treibende Kraft ist und der andere sich eher passiv-unterstützend verhält. Einige Paare entwickeln daraus eine Dreiecksbeziehung (Ménage à trois).
Praxis
Ein flotter Dreier kann zwischen zwei Männern und einer Frau, oder zwischen einem Mann und zwei Frauen ausgeübt werden; sowohl als heterosexuelle Variante (zwei Männer haben Geschlechtsverkehr mit einer Frau, oder zwei Frauen mit einem Mann), als auch bisexuell (der Mann hat Sex mit einem Mann und einer Frau, die Frau hat Sex mit einem Mann und einer Frau, oder alle drei haben gegenseitig Sex miteinander). Als homosexuelle Varianten werden flotte Dreier von drei Männern miteinander oder von drei Frauen miteinander ausgeübt.
Sex zu dritt beinhaltet alle Formen des Geschlechtsverkehrs zu zweit, sowohl abwechselnd zu zweit, als auch gleichzeitig zu dritt in fließenden Wechseln. Dazu kommt die Lust am Zuschauen (Voyeurismus) und am Gesehen-Werden (Exhibitionismus), und die entsprechend zusätzliche Erotisierung der Situation.
Dringen zwei Männer gleichzeitig in eine Frau ein – ein Mann vaginal, der andere anal –, spricht man von einer Doppelpenetration, umgangssprachlich auch Sandwich oder Doppeldecker. Doppelpenetration ist auch möglich, wenn zwei Männer gleichzeitig in die Vagina oder seltener, und oft nur mit vorheriger Übung möglich, gleichzeitig in den Anus einer Frau oder eines Mannes eindringen. Eine weitere Variante ist die Penetration von zwei Männern gleichzeitig in der Schamregion und in den Mund bei einer Frau oder bei einem Mann.
Rezeption
Die Fantasie, gleichzeitig mit zwei Partnern Sex zu haben, wird in vielen literarischen Werken verarbeitet wie zum Beispiel im Roman Nachtfalken von Andreas Kurz und im Debütroman Romāniņš der lettischen Autorin und Sexkolumnistin Dace Rukšāne, der in Lettland zu einem Literaturskandal führte; sowie auch in Hörbüchern wie in Dreiecksbeziehungen von Angelica Allure. Einige Künstler haben immer wieder in ihren Bildern den flotten Dreier thematisiert, wie etwa Daniel Richter, von dem mehrere Werke mit solcher Benennung in dem Buch Daniel Richter – Hirn abgebildet sind.
Lesben werden von sehr vielen Männern akzeptiert, solange die Möglichkeit besteht, beim Sex zwischen zwei Frauen zuzuschauen oder am besten bei einem flotten Dreier mitzumachen. Erweist sich diese Hoffnung als Illusion, so sinkt oft der Grad der Akzeptanz oder schlägt sogar in homophobe Ablehnung um.

Gesetzliche Regelungen
Gruppensex gilt üblicherweise als Privatangelegenheit, deren Auslebung innerhalb der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Grenzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht staatlich sanktioniert wird. Allerdings erfüllt beispielsweise die öffentliche Promotion und Verherrlichung von Gruppensex den Tatbestand der Jugendgefährdung.

Gruppensex in religiöser und ethischer Beurteilung
Aus christlicher Sicht stellt Gruppensex eine „besondere Verkehrung des Ideals der treuen und unauflöslichen Einehe“ dar. Im Islam zeigt sich eine in manchen Staaten rechtlich fixierte Tendenz zur Einehe. Selbst dort, wo die Vielehe praktiziert wird, ist Gruppensex verpönt und wird rechtlich sanktioniert.
In wertkonservativer ethischer Perspektive wird eingewandt, dass Gruppensex der Sexualität als Ausdruck treuer und ausschließlicher Liebe widerspreche und den Sinn der Sprache des Leibes umkehre. Demnach werde die eigene Person sowie die des anderen nicht ernst genommen, sondern lediglich als Objekt der Bedürfnisbefriedigung verstanden. Dies laufe auf eine Instrumentalisierung der Person hinaus, die jedoch als „Zweck in sich selbst“ (Kant) wahrgenommen und respektiert werden müsse, was nur der personalen Liebe möglich sei. Auch das gegenseitige Einverständnis jener, die sich an derartigen Aktionen beteiligen, ändert nach dieser Auffassung nichts an der sittlichen Unvereinbarkeit dieser Akte mit der Würde der Person.
 

 
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