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Flatrate - Einheitspreis - pauschaltarif zurück
Als Flatrate (vom Englischen flat rate für „Pauschaltarif“ oder
„Pauschale“, auch flat fee für „Pauschalgebühr“ oder
„Grundgebühr“) werden in der deutschen Sprache Pauschaltarife für
Telekommunikations-Dienstleistungen wie Telefonie und
Internetverbindung genannt. Neuerdings wird der Begriff wegen der
hohen Werbewirksamkeit auch für Pauschaltarife in anderen
Bereichen verwendet (siehe z. B. Flatrate-Partys).
Herkunft und Bedeutung
Das Wort ist aus der englischen Sprache entlehnt; es drückt aus,
dass ein Produkt oder eine Dienstleistung unabhängig von der
Abnahmemenge zu einem Pauschalpreis verfügbar ist. „Flatrate“ wird
nicht nur im Deutschen verwendet. Das Wort setzt sich zusammen aus
flat (flach, eben) und rate (Tarif).
Wirtschaftlicher Hintergrund
Meist müssen die Anbieter von Flatrate-Tarifen für die Nutzung
fremder Netze eine zeitabhängige Gebühr zahlen. In dem Fall
basiert der Flatrate-Tarif auf einer Mischkalkulation, bei der die
Kunden, die das Angebot wenig nutzen, einen Anteil zur
Finanzierung von Vielnutzern mit leisten. Sie rechnen sich somit
eher für große Anbieter mit hohen Kundenzahlen als für kleinere
Anbieter, bei denen schon eine geringe Zahl von Vielnutzern diese
Kalkulation kippen lassen kann.
Einige Anbieter haben deshalb Vertragsbestimmungen in denen sie
sich vorbehalten, bei häufiger Nutzung das Vertragsverhältnis zu
kündigen (siehe auch: Telekommunikationsunternehmen in der
Kritik).
USA
In den USA ist es seit langem üblich, dass Ortsgespräche zu einem
niedrigen monatlichen Grundpreis pauschal abgerechnet werden
(unmetered local calls). Dieses Tarifmodell ist weltweit
verbreitet.
Deutschland
In Deutschland war lange Zeit (in der Bundesrepublik bis 1979, in
der DDR und in West-Berlin bis nach der Wiedervereinigung) eine
Flatrate-ähnliche Abrechnung von Ortsgesprächen mit einer
Verbindungsgebühr ohne Zeittaktung unabhängig von der
Gesprächsdauer üblich.
2004 wurde erstmals ein Pauschaltarif für Gespräche in das
deutsche Festnetz angeboten. Die Firma Arcor startete damals das
Angebot für 20 Euro im Monat. Seit Oktober 2005 bietet auch der
Marktführer, die Deutsche Telekom, eine Flatrate für
Festnetzgespräche an, erst für 24 Euro im Monat, ab Dezember 2005
für 20 Euro im Monat. Viele andere Anbieter haben nachgezogen.
Fast jeder bietet heute eine Festnetzflatrate an. Die Kosten
liegen hierfür momentan (2009) bei etwa 10 Euro im Monat.
Einige Anbieter wie HFO telecom und HanseNet rechnen auch
Gespräche zu nationalen Teilnehmernummern (032) im Rahmen ihrer
Festnetz-Flatrates ab.
Eine europaweite Flatrate wurde erstmals von der Firma HanseNet
mit dem Tarif Alice eingeführt.
Arcor bietet seit Oktober 2006 eine Flatrate ins Vodafone-Netz,
seit Februar 2007 auch in die übrigen Mobilfunknetze.
VoIP
Flatrates ins deutsche Festnetz über VoIP werden in Deutschland
seit Ende 2004 angeboten, der erste Anbieter war Easyphone24. Die
Gebühren lagen bei 19 Euro im Monat. Bei den
Komplettanschlusspaketen vieler Telekom-Wettbewerber greifen die
Anbieter für die Realisierung der Telefon-Flatrates in
Anschlussbereichen, in denen sie keine eigene
Festnetz-Vermittlungstechnik betreiben oder diese nicht mehr
weiter ausbauen, auf VoIP zurück.
Durch die Realisierung der Telefon-Flatrates via VoIP sparen die
Anbieter die Investitionen in die Festnetz-Vermittlungstechnik
sowie gegebenenfalls in die Kollokation und zahlen – entgegen der
Realisierung mittels Preselection – keine Zuführungs-IC-Gebühren,
was für die Kalkulation ein entscheidender Vorteil ist.
Mobilfunk
Deutschland
Seit Mitte 2005 gibt es in Deutschland Flatrates für Gespräche vom
Handy ins Festnetz und ins jeweils eigene Netz. E-Plus bietet seit
1. August 2005 mit seiner Submarke Base die erste deutsche
Handyflatrate an, die unabhängig von Tageszeiten und Wochentage
ist und netzintern und ins Festnetz gilt. Im März 2006 zog
T-Mobile zunächst mit der DoubleFlat, ab August 2006 mit dem
Max-Tarif, nach. Auch Vodafone bietet mit der SuperFlat seit dem
16. Oktober 2006 offiziell eine Flatrate ins eigene Netz an. O₂
bot bisher eine Flatrate innerhalb der Homezone an – seit Dezember
2006 kann man mit (Genion L) auch außerhalb dieser Homezone
kostenlos ins deutsche Festnetz sowie in das Netz von O₂
telefonieren.
Seit Anfang 2007 gibt es in Deutschland Flatrates für Gespräche
vom Handy in alle deutschen Netze. Seit dem Frühjahr 2007 gibt es
mit Free flat XL von Freenet und dem kurze Zeit später lancierten
Base 5 von E-Plus sowie Genion XL von O₂ auch Mobilfunk-Flatrates
in alle deutschen Mobilfunknetze. Aufgrund der hohen
Terminierungsentgelte in fremde Mobilfunknetze sind diese Angebote
deutlich teurer als die anderen Angebote.
Schweiz
Auch in der Schweiz gibt es seit Mitte 2005 vom Mobilfunk-Anbieter
Orange eine Flatrate für den Mobilfunkbereich. Das Produkt nennt
sich „Orange-Maxima“ und erlaubt das zeitlich unbeschränkte
Telefonieren auf das Fest- sowie das eigene Orange-Mobilnetz.
Anrufe auf Mobilnetze anderer Anbieter (Swisscom, Sunrise) sind
weiterhin entgeltpflichtig. Seit Anfang 2006 bietet auch Sunrise
mit dem Produkt relax super eine abgestufte Flatrate an. Mit der
Einführung von neuen Preisplänen im Oktober 2007 wurde relax super
durch das Produkt max abgelöst.
Internetzugang
Wählleitung
Ende 1998 bot der Anbieter Mobilcom eine Flatrate für den
schmalbandigen Internet-Zugang über Wählleitung (Dial-Up) für
einen damals sensationellen monatlichen Preis von DM 77,77
(zusätzlich zu den Kosten des Telefonanschlusses) an. Damit ging
Mobilcom ein hohes Risiko ein, weil an die Deutsche Telekom als
etablierter Betreiber für jede Verbindung zeitabhängige
Terminierungsentgelte zu entrichten sind. Es zeigte sich, dass die
Kalkulation nicht aufging. Kunden blieben dauerhaft eingewählt,
auch wenn gerade keine Daten übertragen wurden. In der Folge waren
die Einwahlknoten aufgrund der branchenüblichen Überbuchung oft
wegen Überlastung nicht erreichbar. Durch die hohen Kosten war das
Angebot für Mobilcom wirtschaftlich nicht rentabel. In den
Folgemonaten gab es noch einige weitere Anläufe anderer
Internet-Provider wie Sonnet oder NGI, eine Dialup-Flatrate
anzubieten. Diesen Angeboten war jedoch ebenfalls keine längere
Existenz beschert und wurden häufig unvermittelt, unter Vorschub
anderer Gründe, wie z. B. technischer Probleme bei der Telekom,
eingestellt. Es entstand ein erheblicher Druck auf die
Regulierungsbehörde, die Deutsche Telekom zum Anbieten eines
Großhandelsprodukts (Resale, Vorleistung) ohne Zeittaktung für die
Realisierung von Dialup-Flatrates zu zwingen (Großhandelsflatrate,
GHF).
Die Deutsche Telekom bot ab Juni 2000 über T-Online eine
Dialup-Flatrate für die eigenen Endkunden an und bot schließlich
den Internetprovidern an, Primärmultiplexanschlüsse direkt in den
Teilnehmervermittlungsstellen zu buchen, so dass das eigene
Koppelnetz in den Ortsvermittlungen auch bei verbreiteter
Always-On-Nutzung der Einwahl-Flatrate-Zugänge nicht hätte
ausgebaut werden müssen. Ein Internetprovider, der diese
Vorleistung (Online-Vorleistungs-Flatrate, OVF) bundesweit nutzen
möchte, müsste hierzu jedoch in 1600 Vermittlungsstellen mittels
Kollokation eigene Einwahlknoten oder Anschlüsse an das eigene
Schmalband-Konzentratornetz unterhalten und diese
Vermittlungsstellen an das eigene Backbone anbinden. Diese Hürde
war bewusst so hoch gewählt, dass bis heute kein im Wettbewerb mit
der Telekom stehender Provider diese Vorleistung in nennenswertem
Umfang nachfragte.
In den meisten anderen bedeutenden Staaten Westeuropas wurde in
dieser Zeit der etablierte Netzbetreiber mittels konsequenter
ex-ante-Marktregulierung zum Angebot einer
Schmalband-Großhandelsflatrate auf Basis einer wesentlich
weitmaschigeren Netzzusammenschaltung gezwungen (ST-Friaco bzw.
Friaco II), womit dort landesweit seither relativ günstige
Schmalband-Dialup-Flatrates für Konsumenten zur Verfügung stehen.
Der deutsche, durch die damalige TKG-Fassung vorgegebene,
unzureichende Regulierungsrahmen sah für den Markt des
Internetzugangs jedoch nur die laxe Ex-post-Regulierung vor, so
dass die deutsche Regulierungsbehörde mit diesem Ansinnen vor
Gericht scheiterte. Die Deutsche Telekom hatte zuvor nämlich in
Kenntnis dieses für sie günstigen Rechtsrahmens im Februar 2001
entschieden, das eigene T-Online-Flatrate-Angebot für Endkunden
einzustellen, das aufgrund des von ihr vorgelegten
Großhandels-Vorleistungsangebots nicht zu kalkulieren war. Ohne
ein eigenes Endkunden-Angebot konnte mittels bloßer
Ex-post-Regulierung die Telekom nicht zum Angebot einer
Vorleistung auf ST-Friaco-Basis gezwungen werden.
Die zunehmende Verbreitung von DSL hat das Interesse der Provider
und der zunehmend mit DSL versorgten Bevölkerungsmehrheit an einer
Dial-up-Flatrate stark verringert, wenngleich in den Gebieten ohne
Verfügbarkeit von DSL ohne preisgünstige
Dialup-Schmalband-Flatrate die Benachteiligung wegen der nicht
möglichen Always-On-Nutzung des Internets größer und die digitale
Kluft tiefer ist als in den anderen westeuropäischen Ländern.
Seit Anfang 2007 bietet die Deutsche Telekom unter dem Namen
T-Online eco flat wieder eine Flatrate für Konsumenten auf Basis
der eigenen Schmalband-Dialup-Infrastruktur (T-Interconnect-OC)
an, wobei diese drei- bis viermal teurer ist als ein marktüblicher
DSL-Anschluss mit DSL-Flatrate oder eine Schmalband-Flatrate in
Ländern mit ST-Friaco-Großhandelsflatrate.
Alternativ existieren regional günstigere Dialup-Flatrate-Angebote
von Anbietern (z. B. Versatel, Arcor), wenn der Kunde über einen
per Kollokation erschlossenen Hauptverteiler mittels entbündelter
Teilnehmeranschlussleitung an das eigene Netz angebunden werden
kann. Diese Anbieter erreichen mit ihren Angeboten etwa 60 % der
Bevölkerung.
Im Juni 2007 startete Arcor eine bundesweit auch an
Telekom-Telefonanschlüssen verfügbare, jeweils für einen
Kalendermonat buchbare und über die Internet-by-Call-Plattform
abgerechnete Dialin-Flatrate auf dem Preisniveau von günstigen
DSL-Flatrates, musste das Angebot aber angesichts der weiter
vorhandenen Schmalband-Vorleistungsabrechnung auf Minutenbasis an
Telekom-Anschlüssen mehrmals modifizieren, so dass im Folgemonat
Nutzer mit überdurchschnittlicher Online-Zeit den doppelten Preis
zahlen und Power-User von der weiteren Nutzung ausgeschlossen
werden.
DSL
Klassische DSL Flatrate
Die weite Verbreitung von DSL als Standleitungstechnik hat in den
frühen 2000er-Jahren den Markt des Internetzugangs für Endkunden
revolutioniert. Die verwendete, wählleitungsähnliche
Einwahltechnik über PPP over Ethernet oder PPTP erlaubt
vielfältige Abrechnungsmöglichkeiten.
Der deutsche Markt stürzte sich dankbar auf die DSL-Technik, und
es entbrannte schnell ein Preiskampf. Dabei wurde das Schlagwort
Flat in verschiedenen Formen missbraucht. Es wird von vielen
Marketingabteilungen inzwischen als Synonym für „Verbindung wird
nicht zeitabhängig abgerechnet“ verwendet.
Eine Flatrate im Sinne dieses Artikels ist jedoch nur ein Tarif,
der einen wirklichen Pauschalpreis bietet – völlig unabhängig von
Nutzungsdauer und übertragener Datenmenge.
DSL-Flatrates werden üblicherweise von Vielnutzern als Tarifmodell
gewählt. In der aktuellen Marktlage ist eine Flatrate aber auch
für Nutzer interessant, die sich keine Gedanken über eventuelle
Kostenfallen machen wollen und kalkulierbare Kosten wünschen.
Während die Preise für DSL-Flatrates bis 2005 üblicherweise nach
der Anschlussbandbreite gestaffelt waren, kommen solche Tarife
seither zunehmend aus der Mode und wurden durch standortabhängige
Preise ersetzt. Damit können die Anbieter in den Ballungsgebieten,
wo Internetkonnektivität und Leitungskapazität mehr als
ausreichend vorhanden ist und der Kundenzugang zu niedrigen Kosten
mittels Kollokation möglich ist, attraktive Preise anbieten, und
gleichzeitig im weniger wettbewerbsintensiven ländlichen Raum mit
aufgrund der geringeren Netzdichte ungünstigeren
Vorleistungskosten kostendeckend anbieten.
DSL Flatrate auf Abruf
Eine DSL Flatrate auf Abruf (sogenannte FlatbyCall) kombiniert die
Vorteile von DSLbyCall und Flatrate. Es entstehen lediglich Kosten
bei aktiver Nutzung. Die Kosten sind dabei auf einen Maximalbetrag
gedeckelt, so dass der Tarif ab einem bestimmten Datenvolumen
quasi zur DSL-Flatrate wird. Wesentlicher Vorteil: Es bedarf
keiner expliziten Kündigung gegenüber dem Diensteanbieter. Durch
Nichtnutzung entstehen keine weiteren Kosten.
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