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Fisting zurück
Faustverkehr bzw. Fisten oder Fausten ist eine sexuelle Praktik, bei
der mehrere Finger bis hin zu einer oder mehreren Händen in die
Vagina (brachiovaginal) oder den Anus (brachioproktisch) eingeführt
werden.
Varianten
Vaginaler Faustverkehr
In der Regel können bei den ersten Fistingversuchen nur einige
Finger eingeführt werden. Da der muskuläre Vaginalschlauch als
natürlicher Geburtskanal von Natur aus stark dehnbar ist, kann diese
Spielart grundsätzlich unabhängig von Alter und Beckenbau
praktiziert werden.
Analer Faustverkehr
Der Anus ist im Vergleich zu einer Vagina von der Anatomie her
wesentlich enger und weniger dehnbar. Daher ist ein Einführen der
gesamten Hand in dieser Sexualpraxis außerhalb der BDSM-Szene nicht
verbreitet.
Doppelter Faustverkehr
Darunter versteht man das sehr viel seltenere Penetrieren der Vagina
oder des Anus mit beiden Händen.
Risiken
Die unmittelbaren Risiken beim Faustverkehr bestehen bei ruppiger
oder gewaltsamer Praxis in Verletzungen des Anus bzw. der Vagina,
welche sehr schmerzhaft sein können. In Extremfällen kann es zu
einer Perforation des Darms kommen, die einen medizinischen Notfall
darstellt; auch Todesfälle wurden vereinzelt beschrieben. Ferner
besteht eine besondere Infektionsgefahr nicht nur für eine
HIV-Infektion, sondern auch für eine Infektion mit dem
Hepatitis-C-Virus oder analen Warzen. Bei Frauen kann es darüber
hinaus leicht zu unspezifischen Scheideninfektionen kommen, wenn
Darmbakterien in die Vagina übertragen werden. Das Verletzungs- bzw.
Infektionsrisiko kann mittels Verwendung von reichlich Gleitmittel
und Handschuhen deutlich verringert werden, ist aber entgegen
weitverbreiteter Meinung nur wenig vom Alter der gefisteten Person
abhängig.
Ungeklärt sind die langfristigen Folgen von analem Fisting und
Analdehnung. Therapeutische Analdehnung zur Behandlung von
Analfissuren führt nach klinischen Studien zur Schädigung des
Schließmuskels. Diese Schädigung macht sich nicht sofort und in
jedem Fall durch Stuhlinkontinenz bemerkbar. Dies wird jedoch von
Proktologen mit dem Umstand erklärt, dass im jüngeren und mittleren
Alter die Beckenbodenmuskulatur die Schädigung des Sphinkters
kompensiert und so die Schließfähigkeit sicherstellt. Im
fortgeschrittenen Lebensalter schwindet die Beckenbodenmuskulatur
jedoch, sodass der Schließmuskel keine Unterstützung mehr erhält. In
diesem Stadium könnte eine zuvor unerkannte und äußerlich nicht
sichtbare Schädigung zur Stuhlinkontinenz führen. Eigenständige
Untersuchungen zu den Spätfolgen des Analfistings im
fortgeschrittenen Alter liegen bislang jedoch nicht vor. Schäden des
Schließmuskels lassen sich häufig nur durch eine proktologische
Ultraschalluntersuchung erkennen, sodass das subjektive Wohlbefinden
und die bestehende Kontinenz keine Gewähr für die Intaktheit des
Schließmuskels bieten.
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