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Schamhaar zurück
Mit Schamhaar (Pubes) wird das Haar an und auf den männlichen
und weiblichen Geschlechtsorganen und der angrenzenden Region
bezeichnet, die sich mit Beginn der Pubertät als Teil der
Körperbehaarung und somit als sekundäres Geschlechtsmerkmal
herausbildet.
Ausprägung
Schamhaare beginnen in der Pubertät zu wachsen, bei Mädchen etwa ab
dem zehnten und bei Jungen etwa ab dem zwölften Lebensjahr. Bei
Mädchen bedecken die Schamhaare die äußeren Schamlippen und den
Venushügel. Beim Jungen wachsen die Schamhaare auf dem Hodensack und
um die Peniswurzel herum. Bei Frauen erinnert die Form der Behaarung
oberhalb des Geschlechts an ein auf der Spitze stehendes Dreieck.
Bei Männern wachsen die Schamhaare in Form eines Trapezes oder in
gerader Linie bis zum Bauchnabel hinauf.
Je nach genetischer Veranlagung kann sich die Behaarung bis auf den
Afterbereich ausdehnen. Die Haare im Analbereich werden auch als
perianale Behaarung bezeichnet. Behaart ist in der Regel nur der
äußere Bereich des Analkanals, die so genannte Zona cutanea. Die
Schleimhaut im unmittelbaren Umfeld des Afters selbst ist unbehaart.
Der Ausdruck perianale Behaarung (von griech. περί peri- „ringsum,
umgebend“) ist daher sachlich exakter.
Analhaar tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf und ist
individuell und geschlechtsspezifisch unterschiedlich dicht und
stark ausgeprägt. Die Entwicklung vom kaum sichtbaren, flaumartigen
Vellushaar zum kräftigeren, pigmentierten Terminalhaar erfolgt erst
im postpubertären Stadium.
Eine stark ausgeprägte perianale Behaarung führt häufig zu
hygienischen Problemen und zwingt Betroffene zu besonderer Reinigung
nach dem Stuhlgang.
Struktur
Die Schamhaare sind meist kräftiger und dunkler als die Kopfhaare,
bei Rothaarigen, sehr Hellblonden und Schwarzhaarigen gleichfarbig.
Bei Europäern sind sie häufig gelockt oder gekräuselt, bei
Afrikanern eng gekräuselt und bei Asiaten und den amerikanischen
Ureinwohnern eher glatt und stärker anliegend. Auch die Haardichte
und das Maß der Ausbreitung sowie die Länge der Schamhaare sind
genetisch bedingt und daher individuell verschieden.
Funktion
Evolutionsbiologisch stehen die Schamhaare wahrscheinlich, wie die
Achselhaare auch, im Dienst der Verdunstung von Duftdrüsen-Sekreten
für den geschlechtsspezifischen Körpergeruch im Scham- und
Leistenbereich, der sicher in der Frühzeit der menschlichen
Abstammung, wie bei den nichtmenschlichen Primaten und den anderen
Säugetieren heute noch, eine größere Bedeutung hatte. Die
Verdunstung dieser als Pheromone bezeichneten Sekrete soll bei
Primaten Paarungsbereitschaft signalisieren. Inwieweit bei der
menschlichen Partnerwahl heute noch solche Pheromone eine Rolle
spielen, und ob den Schamhaaren dabei eine besondere Bedeutung
zukommt, ist nicht bekannt.
Schamhaare bieten in begrenztem Umfang auch Schutz vor Fremdkörpern
und Krankheitserregern sowie vor übermäßiger Kälte und Hitze.
Sie fungieren in jedem Fall, so wie der Achselhaarwuchs und der
Bartwuchs des Mannes, als sekundäres Geschlechtsmerkmal, indem sie
indirekt die Zeugungsfähigkeit anzeigen.
Kulturelle Bedeutung
In verschiedenen älteren Kulturen in der Südsee, Afrika (Pygmäen)
und Melanesien stehen die Schamhaare als Symbol für Fruchtbarkeit
und Heiratsfähigkeit. Auch in Japan gilt eine starke Schambehaarung
bei Frauen als Symbol der Weiblichkeit. Dort tragen manche Frauen
mit wenig Schambehaarung aus Kopfhaar hergestellte Perücken, die in
Japan unter dem Namen „Blume der Nacht“ bekannt sind.
In der islamischen Welt gelten Schamhaare als unhygienisch und
werden entfernt.
Eine repräsentative Umfrage zur Schamhaarentfernung mit 2512
Deutschen zwischen 14 und 94 ergab Folgendes: Vor allem Jüngere
bekennen sich zur Körperenthaarung: 66,7 Prozent der 14- bis
17-jährigen Frauen, um die 80 Prozent der 18- bis 30-jährigen. Bei
den Männern zwischen 18 und 30 Jahren mag es demnach nur ein Drittel
enthaart, bei den 14- bis 17-jährigen sind es knapp 20 Prozent. Bei
den 31- bis 60-jährigen Frauen stutzen indes 67,3 Prozent regelmäßig
Körperhaare, bei den Männern 20,2 (ohne Barthaare). Als Hauptgründe
geben die Befragten das eigene Schönheitsideal und Hygiene an.
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